Mo, 20. November 2017

Frustrierte Segler

18.08.2016 22:22

470er nach Rängen 8 und 9 vor ungewisser Zukunft

Für Österreichs Olympisches Komitee sind am Donnerstag bei den Sommerspielen in Rio de Janeiro zwei weitere Top-Ten-Plätze dazugekommen - damit hält man wie 2012 in London bei 17. Die 470er-Segler Matthias Schmid/Florian Reichstädter wurden Gesamt-Achte, Lara Vadlau/Jolanta Ogar in der gleichen Gewichtsklasse Neunte. Die Erwartungen freilich waren weit höher gewesen - wie es nun weitergeht, ist offen.

Vadlau/Ogar landeten als einmal Erste und einmal Dritte zweimal in den zehn Wettfahrten auf dem Podest. Das Medal Race bestritt die zweifache Ex-Weltmeisterin und aktuelle WM-Dritte Vadlau mit Handverletzung, man wurde Neunter. "Auf die Hand kann ich es aber nicht schieben. Es tut aber schon weh, vielleicht ist sie gebrochen", sagte die Kärntner Steuerfrau, die noch keine Zeit für einen Spitalsbesuch fand. "Es war ein Muss, dass wir das heute fahren", sagte sie zum Antreten.

Vadlau: "Lustig ist es noch immer nicht"
Jetzt muss erst einmal alles zusammengepackt werden, dann geht es nach Hause. "Es wird sehr langsam leichter, aber lustig ist es noch immer nicht", sagte Vadlau zum enttäuschenden Abschneiden. Dass sich keine Medaille mehr ausgehen würde, war bereits am Dienstag festgestanden. Wie die Zukunft aussehen wird, machen Vadlau und Ogar davon abhängig, wie die finanziellen Förderungen aussehen und welche Bootsklassen 2020 bei den Sommerspielen in Tokio olympisch sein werden. Denn der 470er als reine Herren- und reine Damenklasse wackelt bzw. soll zur Mixed-Kategorie werden.

Das ist für das Duo keine Option, es will zusammenbleiben, das Frauenboot 49er FX ist deshalb ein Thema. "Wir werden uns zusammensetzen, wenn die Emotion runtergegangen ist. Wir werden über alles reden. Wenn wir weitermachen, dann zusammen. Wir sind motiviert, aber sehr traurig, weil wir nicht erreicht haben, was wir wollten", sagte Vorschoterin Ogar. "Der 49er FX ist für mich ein Thema, für Jolanta nicht so, aber ich werde sie noch überreden", meinte Vadlau. Und Ogar nickte sogleich.

Reichstädter: "Schämen müssen wir uns nicht"
Schmid/Reichstädter hatten in den zehn Wettfahrten des Grunddurchgangs auch einen ersten, einen zweiten und einen dritten Platz angeschrieben, im Medal Race verpatzten sie aber den Start, landeten auf Rang sieben. "Rausgekommen ist gesamt ein einstelliges Ergebnis, es ist nicht das, was wir uns erhofft haben, aber schämen müssen wir uns jetzt auch nicht", erklärte Vorschoter Reichstädter.

Was die Zukunft bringen wird, hängt einerseits an der im November zu erwartenden Entscheidung des Segel-Weltverbandes über die olympischen Bootsklassen, andererseits an der Förderung. "Was man bedenken muss, ist, ob wir im Bundesheer bleiben dürfen oder ob sie uns jetzt raushauen. Und: Gibt es Team Rio (dann Team Tokio/Anm.) weiter? Es muss halbwegs durchfinanziert sein. Ich habe keine Lust mehr, 200 Tage im Jahr im Auto zu schlafen und von der Hand in den Mund zu leben", sagte Schmid - und Reichstädter pflichtete dem bei. "Wir schauen, ob der 470er olympisch bleibt und wie sich das Ganze herum entwickelt." Es sei nichts ausgeschlossen, auch nicht eine andere Bootsklasse.

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