So, 27. Mai 2018

2 Jahre nach Prüfung

18.08.2016 17:23

Rechnungshof zerlegt Airpower!

Ausgerechnet jetzt, zwei Wochen vor der Airpower 2016 - mit 300.000 Besuchern die größte Veranstaltung Österreichs -, liefert der Bundesrechnungshof einen Prüfbericht zur Flieger-Show aus dem Jahr 2013. Einen, höflich formuliert, vernichtenden. Das mutet - auch wenn es der RH bestreitet - nach schwerem Foul an, offensichtlich will man die heurige Air-Power (2. und 3. September) im Vorfeld madig machen.

Warum der Verdacht? Prüfzeitraum war April bis August 2014, und erst jetzt, volle zwei Jahre später, lässt man den Bericht in die Öffentlichkeit sickern, das ist schon ein bissl komisch...

Hauptkritikpunkte: Die Airpower fand ohne Bewilligung nach dem Veranstaltungsgesetz statt; der Nutzen für das Heer, "insbesondere aufgrund der Gesamtkosten von 11,6 Millionen Euro (für die drei Air-Shows)", fehlte; die Landesförderung - 800.000 Euro - wurde "ohne gesetzliche Grundlage, ohne konkrete Zielsetzung und ohne Evaluierung der Wirkung ausbezahlt".

Und weiter im Text: "Das Land beschränkte seine Aktivitäten im Wesentlichen auf eine finanzielle Beteiligung und schöpfte das Werbepotenzial nicht aus." Zusatz: Es habe keinerlei Strategie für eine nachhaltige touristische Nutzung gegeben.

Rüffel auch für das Verteidigungsministerium
Schwer Fett weg bekommt das Verteidigungsministerium: Überschreitung der Aufwendungen für Mehrdienstleistung um 135.000 Euro, Gesamtkosten 1,172 Millionen. Anmietung überhöhter Kapazitäten an Parkplätzen, die dann nur zu etwa 50 Prozent ausgelastet waren (Kosten 100.000 Euro). Auftrag an einen externen Rechtsberater (25.000 Euro), der auch ressortintern erledigt werden hätte können. Oder Zeltmiete (220.000 Euro) ohne Wirtschaftlichkeitsprüfung - also ohne zu prüfen, ob ein Kauf nicht gescheiter gewesen wäre.

Kritik übten die Prüfer auch an den Kosten für Feuerwehr (22.336 Euro) oder einen "Mitarbeiterabend" für sämtliche Mitwirkenden an der Airshow. Aufgrund einer "mangelhaften Angebotsprüfung" habe das Catering vermeidbare Mehraufwendungen von 5000 Euro verursacht.

Land reagiert gelassen - rund 10 Millionen Wertschöpfung
Im Land nimmt man gelassen, was der RH an Vorwürfen vom Stapel lässt. Ist ja ähnlich wie bei der erfolgreichen Ski-WM in Schladming, an der hat man ja auch kein gutes Haar gelassen...

Wie auch immer, die Airpower sei ein gutes G’schäft: Im Murtal gebe es ein Plus von 37 Prozent bei den Nächtigungen, für die ganze Steiermark waren es im Veranstaltungszeitraum 12 %. Eine Studie zu den ökonomischen Effekten - von Tourismuslandesrat Christian Buchmann beim ice (international central european institute) in Auftrag gegeben - bescheinigt eine zusätzliche Wertschöpfung von rund 9,2 Millionen Euro für die Steiermark, und, auf Basis von Vollzeitjobs gerechnet, rund zusätzlich 130 Arbeitsplätze für ein Jahr. Ist ja nicht so schlecht…

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden