Sa, 16. Dezember 2017

Performance-Streit

19.08.2016 08:32

Intel gegen Nvidia: Schlammschlacht der Chipriesen

Intel hat auf seiner Entwicklermesse Intel Developer Forum einen neuen Supercomputer-Chip vorgestellt: den Xeon Phi mit dem Codenamen "Knights Landing". Bei der Präsentation hob Intel hervor, dass der Chip gewisse Rechenaufgaben um das 2,3-fache schneller erledigen soll als es Grafikprozessoren könnten, die bei Supercomputer-Herstellern ebenfalls hoch im Kurs stehen. Dem Rivalen Nvidia geht das gehörig gegen den Strich.

Nvidias Vorwurf: Intel habe "Knights Landing" - die Plattform kommt laut "WinFuture" mit deutlicher Verspätung - bewusst mit veralteten Nvidia-Chips verglichen, die auch noch mit alter Software betrieben wurden. Konkret habe Intel beim Benchmark-Test, bei dem das Training neuronaler Netze veranschaulicht werden sollte, laut Nvidia die letzte Chipgeneration "Maxwell" für den Vergleich herangezogen und nicht die aktuellen "Pascal"-Chips.

Laut Nvidia habe Intel allein durch die veraltete Software, mit der Nvidia seine Chips ausgebremst sieht, 30 Prozent Leistungsdifferenz erschummelt. Hätte man die aktuellen "Pascal"-Chips mit Intels "Knights Landing" verglichen, hätte der Nvidia-Chip sogar deutlich besser als der Intel-Rivale abgeschnitten, zeigt man sich beim Grafikkartenhersteller überzeugt.

Intel glaubt, Nvidia fühlt sich bedroht
Freilich: Bei Intel sieht man das vollkommen anders. Nvidia fühle sich offensichtlich durch die starken Intel-Chips bedroht, vermutet man beim Prozessorgiganten. Beim Vergleichstest der beiden Plattformen habe man jedenfalls nicht getrickst, man vergleiche neue Chips immer mit der aktuell verfügbaren Konkurrenzlösung und nicht mit veralteter Technik. Intel stehe zu den Werten, die man bei der "Knights Landing"-Präsentation gezeigt hat.

Ein pikantes Detail an dem Disput ist indes, dass Chiphersteller längst dafür bekannt sind, bei den Leistungsdaten ihrer Produkte zu tricksen. Nvidia beispielsweise hat vor einigen Monaten Schlagzeilen gemacht, weil man bei der Arbeitsspeichergröße der Geforce GTX 970 zu Rechen-Tricks griff, die den RAM größer erscheinen ließen als er in der Praxis war. Und Intel soll bereits im Jahr 2002 den Pentium 4 in Benchmark-Tests besser aussehen lassen haben, als er in Wahrheit war.

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