Mo, 20. November 2017

Schock-Foto

18.08.2016 13:10

Dieses Kind wurde zum Gesicht des Syrien-Krieges

Körperlich wie seelisch versehrt: Im Internet ist ein schockierendes Foto aufgetaucht, auf dem ein verletzter Bub aus der syrischen Stadt Aleppo zu sehen ist. Sein Blick ist wie aus Stein, emotionslos blickt er durch alles hindurch. Das Bild dokumentiert, wie verheerend der Krieg in Syrien gerade für die Kleinsten ist. "Die humanitäre Lage in Aleppo ist besorgniserregend", sagt Gerald Schöpfer, der Präsident des österreichischen Roten Kreuzes.

Das Gesicht des Buben ist blutverschmiert. Bedeckt mit dem Staub eingestürzter Häuser sitzt er in einem Rettungswagen, in den ihn laut britisches Zeitung "The Telegraph" Helfer nach einem Luftangriff gesetzt haben. Der Schock steht ihm ins Gesicht geschrieben und lässt ihn nicht einmal mehr weinen. Das Foto kursiert derzeit im Netz, wurde auf Twitter bereits unzählige Male geteilt und bewegt die Menschen auf der ganzen Welt. Es ist ein stummer Schrei aus der Krisenregion Aleppo, der mehr sagt als 1000 Worte.

Bei dem Kind soll es sich laut "Telegraph" um den fünfjährigen Omran aus dem Stadtteil Qaterji handeln, der am Mittwochabend bei einem Luftangriff verletzt wurde. Laut der Nachrichtenagentur AP soll er gemeinsam mit seinen Eltern und drei Geschwistern aus den Trümmern ihres völlig zerstörten Wohnhauses gerettet worden sein.

Aleppo: Zwei Millionen ohne medizinische Grundversorgung
Die Not der Bevölkerung in der Region Aleppo ist gewaltig. Laut Rotem Kreuz sind derzeit rund zwei Millionen Menschen ohne medizinische Grundversorgung. Die Bewohner sind von Hilfe fast gänzlich abgeschnitten, lebenswichtiges Trinkwasser, Strom und Nahrungsmittel sind Mangelware. Militärische Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und deren Personal lassen Menschen ohne Hoffnung auf Behandlung zurück. Viele sterben, weil medizinische Hilfe in zerstörten Spitälern nicht mehr möglich ist. "Das sind Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht", so Schöpfer.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und der Syrisch Arabische Rote Halbmond erhalten nach langwierigen Verhandlungen mit allen Konfliktparteien immer wieder humanitären Zugang zu belagerten Städten und Gebieten. Zurzeit befinden sich 55 IKRK-Delegierte und Hunderte lokale Helfer in Aleppo. In den vergangenen Tagen versorgten sie täglich mehr als 70.000 Menschen mit Lebensmitteln, Hilfsgütern, provisorischen Unterkünften, Trinkwasser und medizinischer Hilfe.

Hilfsorganisationen fordern Feuerpausen
"Die Dimension der derzeitigen Hilfe entspricht bei Weitem nicht dem Ausmaß der humanitären Katastrophe", sagt Schöpfer, "ohne entsprechende Mittel vor allem für die medizinische Hilfe werden noch mehr Zivilisten unterversorgt sterben." Das Rote Kreuz fordert regelmäßige Feuerpausen und freien Zugang für die Hilfsorganisationen in umkämpften Gebieten, um ungehindert Hilfsgüter und medizinische Hilfe zu den Menschen bringen zu können.

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