So, 27. Mai 2018

"Krone"-Interview

17.08.2016 17:20

Schröcksnadel sah "nicht von allen vollen Einsatz"

"Schröcksi" in Lederhosen! Wie vor den Spielen angekündigt, zog Ski-Boss Peter Schröcksnadel nach Segel-Bronze erstmals die lederne Kurze an und präsentierte seine "viel zu weißen Wadln". Das Edelmetall freute den Koordinator des Projekts Rio ungemein, in Butter ist für ihn deswegen aber noch lange nichts. Und seine Tätigkeit für den Sommersport wird der ÖSV-Präsident - wie er im Interview mit der "Krone" bestätigte - mit dem Ende der Spiele in Brasilien beenden. Im Video oben sehen Sie eine Olympia-Analyse von "Krone"-Sportchef Robert Sommer!

"Krone": Kurzbesucher in London, Langzeit-Gast in Rio - wie gefallen dem Ski-Präsidenten Sommerspiele?
Peter Schröcksnadel:Man kann das nicht mit dem Winter vergleichen. Mich haben die Olympischen Sommerspiele erst einmal ruiniert. Gesundheitlich. Zwei Stunden Anreise im Taxi zu einer Sportstätte. Und das mit den Klima-Anlagen. Ziemlich arg. Die Sportstätten sind aber echt super, keine Frage. Nur sehr dezentral, verstreut - da bekommst keinen Überblick. Aber ich habe mir viel angesehen, weil ich wissen wollte, wie die Performance der Leute ist, die wir in unserem Projekt haben. Ich wollte das genau wissen und auch sehen.

"Krone": Und bei Segel-Bronze warst du auch vor Ort?
Schröcksnadel: Nein, leider. Ich habe mich am Tag zuvor eben beim Segeln am Boot derart verkühlt, dass ich passen musste. Aber mir wurde live berichtet. Und ich habe mich riesig gefreut. Ich bin sehr glücklich darüber, dass zumindest eine Medaille geholt wurde. Noch dazu von einem Paar, das in dem Projekt drinnen war. Ohne dieses Projekt hätte es die zwei gar nicht gegeben.

"Krone": Bronze gut, alles gut?
Schröcksnadel: Nein. Überhaupt nicht. Aber im Gegensatz zu früher haben wir viele junge Sportler, die gute Leistungen gebracht haben. Nur mein Ziel waren zwei, eigentlich drei Medaillen. Und das haben wir nicht erreicht.

"Krone": Das Projekt Rio hat 20 Millionen Euro gekostet. Eine Bronzene als Gegenwert - das "hatscht" doch, oder?
Schröcksnadel: Das ist richtig. Aber es hatscht nicht, wenn man für die nächsten Spiele aufbauen kann. Die guten Plätze haben nicht alte, sondern junge Leute geholt. Das ist der große Unterschied. Doch ich glaube ohnehin, dass man in unserem Sport die Förderungen ändern muss. Wir haben genug Geld. Aber das, was wir haben, zerfleddert, das wird aufgesplittert. Weil jeder aus jedem Topf etwas haben will. Das funktioniert einfach nicht.

"Krone": Ist es schwieriger, im Sommer Erfolg zu haben als im Winter?
Schröcksnadel: Das glaube ich nicht. Nur muss man professioneller werden. Und wenn so viel Geld im Spiel ist, dann muss man auch von den Athleten totalen Einsatz verlangen. Und das war hier in Rio leider nicht bei allen der Fall.

"Krone": Das klingt, als ob du schon mitten im Projekt Tokio 2020 stecken würdest?
Schröcksnadel: Für mich ist das Projekt erledigt. Ich habe das gemacht, ich habe mein Bestes gegeben. Ich glaube, es ist auch viel bewegt worden. Weil nun das Geld dort landet, wo es eigentlich hingehört. Aber man muss in der Zukunft genau formulieren, was man will: Medaillen oder Breitensport. Anders wird’s nicht gehen.

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