Di, 22. Mai 2018

Hunderte Internierte

17.08.2016 10:20

Australien schließt umstrittenes Lager auf Manus

Australien will das umstrittene Flüchtlingslager auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea schließen, in dem zuletzt Hunderte Menschen interniert waren. Das gab die Regierung von Papua-Neuguinea am Mittwoch bekannt, ohne ein Datum für die Schließung zu nennen. Der Umgang der australischen Regierung mit Flüchtlingen steht international in der Kritik.

Das Land lässt grundsätzlich keine Bootsflüchtlinge ins Land, sondern bringt diese in Lager auf Manus und Nauru. Selbst wenn die Menschen Asyl zugesprochen bekommen, müssen sie auf den Inseln bleiben. Menschenrechtsorganisationen prangern die harten Bedingungen in den Lagern an, immer wieder komme es deshalb zu Selbstverletzungen und Suizidversuchen von Flüchtlingen.

Höchstgericht von Papua-Neuguinea: Internierung illegal
Papua-Neuguinea hatte bereits im April mitgeteilt, das Lager auf Manus schließen zu wollen. Zuvor hatte das Oberste Gericht der Inselgruppe die Internierung von Flüchtlingen für illegal erklärt. Die Lagerhaft verstoße gegen das Grundrecht auf persönliche Freiheit und sei deshalb verfassungswidrig und unrechtmäßig, urteilten die Richter.

Was nach der nun im Raum stehenden Schließung des Lagers auf Manus mit den derzeit rund 800 dort internierten Menschen passiert, ist unklar. Der australische Migrationsminister Peter Dutton stellte umgehend klar, dass Australien die Flüchtlinge nicht aufnehmen werde. "Es ist seit Langem die Position dieser Regierung, mit Papua-Neuguinea zusammenzuarbeiten, um das Lager auf Manus zu schließen", so Dutton am Mittwoch. Australien werde dem Nachbarland dabei helfen, eine Ansiedelung der Betroffenen in Papua-Neuguinea oder ihre Rückkehr in ihre Heimatländer zu organisieren.

Vorbild für Kurz
In Österreich hatte Außenminister Sebastian Kurz Anfang Juni mit dem Vorschlag, das australische Modell auch für Europa zu übernehmen, für Aufregung gesorgt. In Australien kämen keine illegalen Migranten mehr an und es ertrinke auch niemand mehr, argumentierte er damals. Kritik von Menschenrechtlern an diesem Modell bezeichnete er als "halbe Wahrheit".

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden