Di, 21. November 2017

Neue Petition

17.08.2016 09:26

Tierschützer kämpfen für albanische Selfie-Bären

Nach Schätzungen der "Vier Pfoten" leiden in Albanien bis zu 50 Braunbären unter extrem schlimmen Haltungsbedingungen. Viele von ihnen stammen aus der Wildnis und wurden von Wilderern brutal der getöteten Mutter entrissen. Sie vegetieren unterernährt und verwahrlost in engen Käfigen oder angekettet neben Restaurants, Tankstellen oder Hotels, um Kunden und Touristen anzulocken.

Manche von ihnen, so genannte Selfie-Bären, werden im Sommer an Stränden und Straßen als Fotomotiv zur Schau gestellt. Obwohl Braunbären in freier Wildbahn nach albanischem Gesetz und aufgrund internationaler Vereinbarungen geschützt sind, floriert in Albanien der illegale Handel mit Bären seit Jahren. Die "Vier Pfoten" unterstützen die albanische Regierung dabei,  die bestehende Gesetzgebung zum Schutz von Wildbären und Bären in Gefangenschaft zu  verbessern und deren strengere Durchsetzung zu gewährleisten.

Experten der Tierschutzorganisation haben über mehrere Monate in Albanien recherchiert und viele Fälle grausamer Misshandlung dokumentiert. "Viele von ihnen leben elendig und völlig vernachlässigt auf bloßem Betonboden in engen, finsteren Käfigen, die nur einige wenige Quadratmeter umfassen ”, erklärt Thomas Pietsch, Wildtierexperte bei den "Vier Pfoten". "Sie haben keinen Platz und keine Möglichkeit, sich zu bewegen, zu rennen oder zu klettern. Die meisten leiden unter massiven Verhaltensstörungen und haben offene Wunden. Manche stehen sogar kurz vor dem Hungertod."

Beispiel 1: Bier-Bär "Tomi"
Ein trauriges Beispiel: Bier-Bär Tomi, der in einem engen, feuchten und schmutzigen Betonkäfig neben den Toiletten eines Restaurants gehalten wird. "Tomi zeigt starke Verhaltensstörungen; zum Beispiel läuft er unterbrochen in seinem engen Käfig auf und ab und beißt sich selbst", sagt Thomas Pietsch. "In diesem Käfig kann der Bär nicht einmal grundlegende natürliche Verhaltensweisen ausleben. Er kann sich weder richtig bewegen, noch nach Futter suchen, noch graben oder baden. Zu allem Übel haben wir auch noch beobachtet, wie der Besitzer Tomi Bier anstatt Wasser zu trinken gab."

Beispiel 2: Selfie-Bärin Jeta
Ein weiteres Beispiel ist Selfie-Bärin Jeta. In der sengenden Hitze Albaniens führt Jetas Besitzer sie an einer Kette, die an ihrer Nase befestigt ist, über Strände, durch Städte und  touristische Hotspots. Jeta und andere Selfie-Bären erleiden jedes Mal, wenn ihr Besitzer an der Kette zieht, schlimme Schmerzen, da ihre Nase sehr empfindlich ist. "Ab und zu halten Leute an und bezahlen eine kleine Summe Geld, um mit der Bärin ein Selfie machen zu dürfen. Es ist eigentlich völlig absurd, einen solch traurigen Anblick als leichte Unterhaltung anzusehen. Doch manche Leute wissen nicht, dass Bären wie Jeta leiden und brutal gezwungen werden, Menschen zu unterhalten", betont Thomas Pietsch.

Der Tourismussektor ist einer der wichtigsten Motoren der wirtschaftlichen Entwicklung Albaniens, und die Regierung strebt an, Albanien zu einem für Touristen aus westlichen Ländern attraktiven Reiseziel zu entwickeln. "Doch die grausame Haltung und Zurschaustellung von Braunbären neben Restaurants, an Stränden oder kulturellen Orten läuft diesen Plänen zuwider. Berichte schockierter Touristen sind ein klarer Indikator, dass der weit verbreitete brutale Umgang mit Bären den guten Ruf Albaniens als aufstrebendes Urlaubsland gefährdet", so Thomas Pietsch.

Die "Vier Pfoten" wollen die furchtbaren Lebensbedingungen der Braunbären Albaniens verbessern. Die Tierschutzorganisation und das albanische Umweltministerium haben im letzten Frühjahr eine Vereinbarung unterschrieben, gemeinsam an einer nachhaltigen und tierschutzgerechten Lösung für diese Bären zu arbeiten. Um eine nachhaltige Lösung sicherzustellen, werden alle Tierfreunde darum gebeten, das albanische Umweltministerium darin zu bestärken, die geltenden Rechtsvorschriften strenger durchzusetzen, um die wildlebenden Populationen zu schützen und die grausame Bärenhaltung zu beenden.

Das kann man tun, indem man eine Online-Petition unterschreibt: www.savethesaddestbears.com

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