So, 22. Oktober 2017

Messerattacke im Zug

16.08.2016 16:50

Zeuge: „Wir hatten den Täter im Schwitzkasten“

Ein mutiger Zeuge hat Dienstagfrüh maßgeblich dazu beigetragen, jenen psychisch verwirrten Mann zu überwältigen, der in einem Regionalzug in Vorarlberg zwei junge Männer mit einem Messer attackiert hatte. Walter Ganahl erzählt im "Krone"-Interview, wie er die gefährlichen Szenen erlebte: "Wir hatten den Täter im Schwitzkasten."

"Krone": Herr Ganahl, Sie und andere Fahrgäste haben durch Ihr engagiertes Einschreiten weiteres Unheil verhindert. Können Sie kurz die Situation aus Ihrer Sicht schildern?
Walter Ganahl: Dass der Täter erst im vorderen Zugabteil auf zwei Fahrgäste eingestochen hat, haben wir gar nicht mitbekommen. Plötzlich kam er auf uns zu und wollte den Mann neben mir attackieren. Dieser hat aber sehr schnell und gut reagiert. Er hat ihm die eine Hand quer entgegengehalten und mit der anderen versucht, ihn zu fassen. Ich bin dann aufgesprungen, habe ihn gemeinsam mit einem anderen Mann von hinten überwältigt und in den Schwitzkasten genommen.

"Krone": Hatten Sie keine Angst?
Ganahl: Eigentlich nicht - alle Handlungen liefen irgendwie ganz automatisch ab.

"Krone": Wie ging es dann weiter?
Ganahl: Schon kurz darauf war die Polizei da und hat den Täter festgenommen. Dieser hat sich zwar noch einmal gewehrt, wurde dann aber doch überwältigt. Unglaublich, wie schnell die Polizei da war!

"Krone": Wie war die Stimmung im Zug - ist Panik unter den Passagieren ausgebrochen?
Ganahl: Nein, Panik im klassischen Sinne ist nicht ausgebrochen. Aber natürlich sind die Fahrgäste alle so schnell wie möglich aus dem Zug gerannt und haben sich am Bahnsteig gesammelt. Da hat man schon gespürt, dass alle sehr betroffen waren.

"Krone": Haben Sie auch die Betreuung des Kriseninterventionsteams in Anspruch genommen? Waren Sie geschockt?
Ganahl: Nein, wie die meisten anderen habe ich einfach auf den nächsten Zug gewartet und bin dann zu meinen Arbeitsplatz nach Hohenems weitergefahren. Ich hätte mich aber noch gerne mit dem Mann unterhalten, der mir bei der Überwältigung des Messerstechers geholfen hat. Leider konnte ich ihn auf dem Bahnsteig nicht mehr finden.

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