Di, 17. Oktober 2017

Bevölkerungswachstum

15.08.2016 12:19

Flucht nach Europa: Der größte Andrang kommt erst

Es sind brisante Zahlen, die das Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung in einer aktuellen Studie vorlegt. Sie zeigen: So massiv die Flüchtlingsbewegung nach Europa in den Jahren 2015 und 2016 auch ausgefallen ist, sie dürfte bloß ein Vorgeschmack gewesen sein auf das, was sich in den Krisenregionen Nahost und Nordafrika zusammenbraut. Die Bevölkerungszahlen in den betroffenen Staaten steigen in den kommenden Jahren rasant, Hunderte Millionen Menschen wollen ihre verarmten Heimatländer verlassen.

Besonders die soganannte MENA-Region, also der Nahe Osten und Nordafrika, bereitet den Experten Sorgen. Sie sprechen von einem "Pulverfass vor den Toren Europas". Die "FAZ" berichtet unter Berufung auf die Studie, dass die Bevölkerungsexplosion in der Region bis 2030 zu 100 Millionen mehr Einwohnern in den 19 betroffenen Ländern führen dürfte.

Ägypten: Plus 28 Millionen, Algerien: Plus 10, Jemen: Plus 9
Auch der Blick auf einzelne Staaten lässt darauf schließen, dass der Migrationsdruck Richtung Europa in Zukunft weiter zunehmen dürfte: In Ägypten steigt die Bevölkerungszahl laut den Demografen in den kommenden 15 Jahren um 28 Millionen Menschen, in Algerien um zehn, im Jemen um neun Millionen - ein Wachstum von nicht weniger als einem Drittel in gerade einmal eineinhalb Dekaden.

Die Probleme, die sich dadurch ergeben, liegen auf der Hand: "Das Bevölkerungswachstum ist viel schneller als das Jobwachstum", sagt Reiner Klingholz, der Direktor des Berlin-Instituts, gegenüber der "FAZ". Von den etwa fünf Millionen jungen Menschen, die in der gesamten Region Jahr für Jahr neu auf den Arbeitsmarkt drängen, finden lediglich rund 40 Prozent einen Arbeitsplatz - die meisten von ihnen wiederum im Billiglohnsektor, meist völlig ohne soziale Absicherung. So verwundert es nicht, dass Nahost, Nord- und Subsahara-Afrika jene Weltregionen mit der höchsten Jugendarbeitslosigkeit sind.

Geburtenrate bleibt vor allem in ärmsten Staaten extrem hoch
Trotz der miserablen Aussichten bleibt die Geburtenrate insbesondere in den ärmsten Ländern der Region außerordentlich hoch. Hier sind vor allem afrikanische Staaten südlich der Sahara zu nennen: Niger, wo eine Frau durchschnittlich 7,6 Kinder bekommt, Somalia und die Republik Kongo mit jeweils mehr als sechs Kindern pro Frau sowie Uganda oder Nigeria, die knapp unter dieser Marke liegen.

In der Langzeitperspektive könnte Nigeria, mit mehr als 180 Millionen Einwohnern schon jetzt das bevölkerungsreichste Land Afrikas, bis 2100 auf bis zu 900 Millionen Menschen anwachsen. Doch auch der Zeitraum bis 2050 birgt genügend sozialen Sprengstoff: Die Bevölkerung Afrikas und des arabischen Raums dürfte sich zusammengenommen auf 2,7 Milliarden Menschen verdoppeln.

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