Di, 12. Dezember 2017

Kopfweh und Übelkeit

12.08.2016 07:20

Gasaustritt: 600 Menschen aus Salzbergwerk geholt

Gasalarm im Salzbergwerk am Dürrnberg bei Hallein in Salzburg: Hunderte Menschen befanden sich am Donnerstag im Schaubergwerk auf Tour, als gegen 14 Uhr zwei Besucher - ein Erwachsener und ein Kind - über Kopfweh und Übelkeit klagten. Der Kohlendioxidwert war plötzlich stark angestiegen.

Die Mitarbeiter des Bergwerks ließen umgehend eine Messung durchführen. Diese ergab einen leicht erhöhten Kohlendioxidwert. Daraufhin beschloss die Geschäftsführung zur Sicherheit die Evakuierung der Besucher. Knapp 600 Menschen, darunter viele Kinder, mussten über die österreichische Seite des Bergwerks ins Freie gebracht werden. Die Grubenwehr übernahm die Führung. Zusätzlich wurde das Rote Kreuz angefordert. "Wir sind mit zwei Bussen und zehn Sanitätern auf den Dürrnberg gefahren", so Rotkreuz-Einsatzleiter Peter Dioszeghy von der Dienststelle Hallein.

Die Besucher wurden durch den Einsatz überrascht, sahen jedoch sofort ein, dass es sicherer ist, sich wieder ins Freie führen zu lassen. "Es gab weder eine Panik noch ein besonderes Gedrängel", so Dioszeghy. Im Gegenteil, die Menschen seien ruhig geblieben und den Einsatzkräften von der Grubenwehr hinterhermarschiert.

Nach einer halben Stunde alle befreit
Nach knapp einer halben Stunde waren alle Besucher - einige Einheimische und zahlreiche Touristen - wieder an der frischen Luft. "Wir haben ein Kind mit Kopfweh versorgt. Es wurde zur Sicherheit ins Landeskrankenhaus gebracht. Dort wird es noch genau untersucht", sagte der Rotkreuz-Einsatzleiter. Ein Erwachsener, dem übel geworden war, wollte nach Hause. "Diese zwei Fälle können auch Zufall sein. Abklären muss man es aber", so Dioszeghy.

Nach der Evakuierung staute es sich noch mehr als eine Stunde lang bei der Kassa, denn viele der Besucher forderten das Eintrittsgeld zurück. Andere hatten keine Lust zu warten und fuhren einfach weg.

Ursache für erhöhten Wert geklärt
Die Ursache für den erhöhten Kohlendioxidwert konnte später geklärt werden. Wie der Vorstandsvorsitzende der Salinen Austria AG, Stefan Maix, am Donnerstagnachmittag in einer Aussendung mitteilte, habe eine Kombination von hohen Besucherzahlen und den für August untypisch niedrigen Temperaturen den Vorfall verursacht. "Weil es draußen derzeit so kühl ist, ist der Temperaturunterschied zwischen dem Inneren des Bergwerks und draußen recht gering. Da zieht es nicht so. Der Kamineffekt ist weggefallen", so Maix. "Der gemessene Wert war aber weit unter einer kritischen Schwelle."

In den nächsten Tagen dürfte sich der Ansturm beim Bergwerk wohl in Grenzen halten, denn ab Samstag ist wieder Sommerwetter angesagt. Außerdem wollen viele einen Kurzurlaub im Süden verbringen.

Erst im vergangenen Herbst war im Bergwerk am Dürrnberg eine große Evakuierungsübung abgehalten worden. Dass das, was damals nur geprobt wurde, auch in der Wirklichkeit gut funktioniert, zeigte der gelungene Einsatz vom Donnerstag.

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