Fr, 24. November 2017

Meine Geschichte

11.08.2016 17:40

„Die Kinder sind mein Leben“

Das große Glück ist für Anita Harmer (32) ganz klein. Lesen Sie das Protokoll einer neunfachen Mutter, die sich auf ihr zehntes Baby freut.

Ich bin weder verrückt noch erzkatholisch, und ich arbeite auch nicht auf eine Fußballmannschaft hin. Das musste ich mir alles schon anhören. Nicht selten von Wildfremden, die ihre Vorurteile ungefragt hinausposaunen müssen. Ich bin einfach leidenschaftlich gerne Mutter, liebe Kinder über alles und kann nicht genug von ihnen kriegen. Ein gewisser Drang, mich um andere zu kümmern, ist natürlich da. Neben meinen neun Kindern habe ich auch noch zwei Hunde und nehme regelmäßig Katzenbabys zur Pflege. Ich bin einfach gerne für andere da.

"Ich führe ein erfülltes Leben"
Debatten rund um die Selbstverwirklichung einer Frau und, dass das mit Nachwuchs nicht gehen soll, lassen mich kalt. Ich führe ein erfülltes Leben und bin zufrieden. Meine Karriere sind neun gesunde Kinder, die ich großziehe, und eine Ehe auf Augenhöhe mit meinem Karl. Das heißt nicht, dass ich mich selbst aufgegeben habe. In meinen Augen hatte ich das Glück, meinen Traum von einer Großfamilie zu verwirklichen. Nach der Hauptschule, ich war erst 16 Jahre alt, habe ich mein erstes Kind gekriegt. Manuel. Sein leiblicher Vater hatte uns damals im Stich gelassen. Doch nur sechs Monate später habe ich meinen heutigen Mann kennengelernt. Er nahm uns im Doppelpack, und aus drei wurden elf. Bald sind wir zwölf.

"Der Alltag ist nur eine Frage der Organisation"
Viele fragen mich, wie man den Alltag mit so vielen Kindern schafft. Das ist nur eine Frage der Organisation. So frühstücken wir grundsätzlich im Pyjama. Denn meistens fliegt ein Kakao oder ein Müsli - und wir müssten uns noch einmal umziehen gehen. Küchenrollen sind überall im Haus verteilt, Plastikteller ziehe ich der zerbrechlichen Variante vor. Wir besitzen zwei große Autos mit viel Stauraum. Gekocht wird vor allem das, was unser Gemüsefeld hergibt. Fernsehen verbiete ich nicht ganz, und ein Handy hat nur mein 16-Jähriger.

Wenn es warm genug ist, sind wir von 7 Uhr bis abends draußen. Unsere Kinder wachsen so auf, wie es früher der Fall war: mit Tieren, mit vielen Spielkameraden und ohne Fertigpackerln vom Supermarkt. Auch für egoistische Züge ist bei uns kein Platz. Was schon zehrt: Wenn die Kinder krank sind. Dann komme ich oft über Wochen nur zu zwei Stunden Schlaf pro Nacht.

"Ich benötige keine Luxuskosmetik"
Weil wir mit dem Krankenpfleger-Gehalt meines Mannes und dem Kindergeld auskommen müssen, sind wir sparsam. Einen Mangel spüre ich aber nicht. Ich benötige keine Schuhe für 80 Euro oder Luxuskosmetik. Wenn wir als Paar Zeit für uns brauchen, dann fahren wir nicht ins Wellness-Hotel, sondern setzen uns abends aufs Hausbankerl. Die Kinder und mein Mann sind mein Leben, für das ich mich bewusst entschieden habe. Unsere Familie wird vielleicht noch größer. Wie groß, da lasse ich mich überraschen!

Tipps und Infos:

  • Im Jahr 2014 wurden in Österreich 86 Babys geboren, deren Mütter bereits sieben Kinder oder mehr hatten.
  • Hierzulande gebären etwa 1,6 Prozent aller Mütter mehr als viermal.
  • Die durchschnittliche Geburtenrate einer österreichischen Frau liegt bei 1,4 Kinder.
  • Im Verein "KinderReich" organisieren sich Eltern mit vielen Kindern (www.kinderreich.at).
  • 13,5 Prozent aller Haushalte in Österreich sind sogenannte Mehrkindfamilien (mehr als drei Kinder).
  • Jedes Jahr findet in Österreich das "Jungfamilientreffen" statt. Termine unter www.christlichefamilie.at

Haben Sie auch ein Schicksal gemeistert und können damit anderen Mut machen? Bitte schreiben Sie mir: brigitte.quint@kronenzeitung.at

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