Do, 23. November 2017

„Dad ist bei uns“

10.08.2016 06:11

Mann mit Spenderherz des Vaters als Brautführer

Der Vater der Braut wurde vor zehn Jahren ermordet - zum Traualtar hat sie nun jener Mann geleitet, dessen Leben durch das gespendete Herz ihres Vaters gerettet wurde. Was nach der Handlung eines Hollywoodfilms klingt, hat sich vor Kurzem in den USA tatsächlich ereignet.

Die frisch getraute, 33-jährige Volksschullehrerin Jeni Stepien sagte am Dienstag der Zeitung "New York Times", während der kirchlichen Trauung habe sie gedacht: "Mein Vater ist hier bei uns." Und Arthur Thomas, dessen Leben einst durch das Spenderherz gerettet wurde, erzählte demselben Blatt, er habe die Braut aufgefordert, ihn am Handgelenk zu halten. Denn dort sei sein Puls am stärksten zu fühlen. "Ich dachte, dies sei für sie der beste Weg, sich ihrem Vater nah zu fühlen. Es ist das Herz ihres Vaters, das da schlägt", sagte der 72-jährige frühere Schulberater.

Vater der Braut bei Überfall getötet
Stepiens Vater hatte dem Bericht zufolge in Swissvale im Bundesstaat Pennsylvania als Chefkoch in einem Restaurant gearbeitet. Im September 2006 wurde der damals 53-Jährige auf dem Heimweg von einem 16-Jährigen überfallen und in den Kopf geschossen. Der Täter büßt eine Haftstrafe ab, die möglicherweise lebenslänglich sein wird.

Als der Vater noch sterbend im Krankenhaus lag, beschloss die Familie, sein Herz zu spenden. Der Empfänger war ein vierfacher Familienvater aus dem Bundesstaat Jersey. Nach Schilderung von Jeni Stepien hatte Thomas damals nur noch wenige Tage zu leben. Er litt der Zeitung zufolge bereits seit mehr als 15 Jahren an Tachykardie, also einem dauerhaft beschleunigten Puls. Er hatte ein Herzversagen erlitten, als das Spenderorgan für ihn eintraf.

"Ein physischer Teil" des Vaters bei Hochzeit dabei
Nach der Organspende hielten Thomas und die Stepien-Familie über Briefe und E-Mails Kontakt. Auch Weihnachtskarten und Blumen zu Geburtstagen wurden laut "New York Times" hin- und hergeschickt. Zu einer persönlichen Begegnung kam es jedoch nie. Vor ihrer Hochzeit habe sie dann gedacht, "es wäre so unglaublich, wenn ein physischer Teil meines Vaters dabei wäre", sagte Stepien.

Die Trauung fand am Freitag in derselben Kirche in Swissvale statt, in der einst ihre Eltern geheiratet hatten. Thomas und die Braut hatten sich nur einen Tag zuvor erstmals getroffen. In der Kirche wurde Stepien dabei fotografiert, wie sie Thomas' Brust berührte. Bei dem anschließenden Empfang tanzten sie zusammen.

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