Di, 21. November 2017

„Opa will schmusen“

09.08.2016 12:30

54-Jähriger missbrauchte Enkerl: 30 Monate Haft

Am Landesgericht Salzburg ist am Dienstag ein 54-jähriger Flachgauer zu 30 Monaten Haft, zehn davon unbedingt, verurteilt worden. Der Mann hatte seine beiden kleinen Enkeltöchter fast ein Jahr lang immer wieder sexuell missbraucht. Die Übergriffe kamen ans Licht, als eines der Mädchen zur Mutter "Der Opa will immer schmusen" sagte und weitere unappetitliche Einzelheiten erzählte. Der Angeklagte war voll geständig, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Mädchen - heute fünf und acht Jahre alt - kamen regelmäßig zu Besuch und waren oft alleine in der Obhut des Großvaters. Dabei soll es ab dem Frühjahr 2015 zu mehr und mehr Übergriffen gekommen sein. Als sich eines der Mädchen im April 2016 der Mutter anvertraute, flog die Sache auf.

Staatsanwältin Barbara Fischer forderte am Dienstag ein deutliches Signal an die Öffentlichkeit, dass Taten wie diese streng bestraft werden: "Die forensische Erfahrung zeigt, dass mögliche Folgeschäden erst nach der Pubertät oder im Erwachsenenalter auftreten können."

Auch der Verteidiger des Mannes räumte ein, dass es angesichts erst später im Leben auftretender Beeinträchtigungen schwierig sei, den Schaden gutzumachen. "Er hat aber keine Gewalt angewendet und keine Drohungen und Einschüchterungen ausgesprochen." Sein Mandant habe von Anfang an alle Vorwürfe eingestanden, nichts abgestritten oder beschönigt, und auch alle Ansprüche auf ein Teilschmerzensgeld anerkannt.

"Ich hoffe, sie können mir irgendwann verzeihen"
"Ich bereue das zutiefst", sagte der bisher unbescholtene Angeklagte vor Gericht. "Leider hat mein Gehirn ausgesetzt. Ich bin kein Mensch, der kleinen Kindern nachläuft. Sie waren gerne bei mir, haben gerne gekuschelt. Es hat sich dann so ergeben, dass es immer ein wenig mehr geworden ist. In diesen Augenblicken habe ich nie darüber nachgedacht, was für Folgen für die Kinder entstehen. So etwas kann man eigentlich nicht gutmachen." Er entschuldige sich für den Vertrauensbruch an den Kindern und seiner Tochter. "Ich hoffe sie können mir irgendwann verzeihen."

Richterin Anna-Sophia Geisselhofer verurteilte den Mann am Dienstag wegen des sexuellen und schweren sexuellen Missbrauchs von Unmündigen und des Missbrauchs eines Autoritätsverhältnisses. Sie erklärte bei der Urteilsverkündung, dass ein reumütiges Geständnis in Sittlichkeitsverfahren äußerst selten sei.

Täter darf die Enkeltöchter nicht mehr sehen
"Dadurch konnte auch auf eine weitere Einvernahme der Mädchen verzichtet werden", so die Richterin weiter. Allerdings seien der lange Tatzeitraum und die Vielzahl an Übergriffen - rund 20 Mal am einen Kind, einige Male am anderen - als Erschwernis zu sehen. Der Mann muss zudem jeglichen Kontakt zu seinen Enkeltöchtern unterlassen und sich von deren Wohnort, Schule und Schulweg fernhalten.

Der 54-Jährige nahm die über ihn verhängte Strafe an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab.

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