Mo, 11. Dezember 2017

Wirbel in Spital

09.08.2016 07:53

Fluchtgefahr: Polizisten bewachen TBC-Patient

Die Bevölkerung im Raum Natters in Tirol ist derzeit beunruhigt. Der Grund: ein an offener Tuberkulose (TBC) erkrankter rumänischer Patient, der nun unter Polizeibewachung steht, weil er sich ursprünglich nicht in Tirol behandeln lassen wollte. Die Krankenhausleitung beruhigt: Es drohe keine Gefahr - alles sei unter Kontrolle.

"Die Polizisten stechen einem natürlich jeden Tag aufs Neue ins Auge. Das beunruhigt mich etwas", schildert eine Patientin und ergänzt: "Auffallend ist auch, dass einige Patienten ununterbrochen einen Mundschutz tragen. Den Grund dafür wollte mir bisher keiner verraten. Aber die Polizisten fahren immer in den 3. Stock, daher muss der Erkrankte wohl dort liegen", mutmaßt die Frau.

Und tatsächlich: Wie ein "Krone"-Lokalaugenschein am Montag vor Ort zeigte, sind vor dem Zimmer direkt gegenüber dem Lift zwei uniformierte Polizisten positioniert. Die Beamten halten eine Tag- sowie Nachtwache, sind somit 24 Stunden lang im Dauereinsatz.

Besondere Therapie beim Patienten nötig
Auf Nachfrage der "Krone" betont Monika Lechleitner, ärztliche Direktorin am KH Natters: "Ja, es gibt diesen Fall. Der Patient hat eine multiresistente Form der offenen Tuberkulose, was eine ganz besondere Behandlung bzw. Therapie notwendig macht." Besteht die Gefahr einer Ansteckung? "Ich kann diesbezüglich beruhigen. Derzeit ist das Ansteckungsrisiko minimal. Dadurch, dass der Patient nun einer Behandlung zuwilligte, haben wir alles unter Kontrolle. Auch wird der Patient wieder gesund."

Die für Aufsehen sorgende Polizeikontrolle sei dennoch nötig. "Diese braucht es, weil sich der Mann ursprünglich nicht hier, sondern nur in seinem Heimatstaat Rumänien behandeln lassen wollte. Die Polizeibewachung ist eine reine Vorsichtsmaßnahme, damit der Patient nicht flieht", sagt Lechleitner. Es ist übrigens der erste Fall am KH Natters, wo es eine derartige Polizeibewachung braucht.

Dem aufsehenerregenden Fall ging die Erkrankung des Bruders des Patienten an TBC voraus, der in Natters drei Monate behandelt wworden war. Als dessen Familie untersucht wurde, entdeckte man den zweiten TBC-Fall.

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