Di, 22. Mai 2018

Hypo inoffiziell

08.08.2016 17:28

Kärntens Schicksalskalender

August: Erstes Verhandlungsergebnis, September: Angebot an Gläubige, Oktober: Endgültige Entscheidung, November: Neustart für Kärnten.

Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan - und darf nun nur noch zusehen: Seit Donnerstag ist die Kärntner Politik aus der Hypo-Aufarbeitung de facto draußen. Denn alle Beschlüsse für eine Einigung mit den Gläubigern wurden gefällt - auch wenn es, wie im Landtag offensichtlich war, noch viele offene Fragen gegeben hätte.

Etwa nach der Finanzierbarkeit. Wie wird Kärnten die 1,2 Milliarden Euro einsparen, die es insgesamt zurückzahlen soll? Oder nach dem Regressausschluss? Auch wenn sich herausstellen sollte, dass der Bund durch die Verstaatlichung Kärntens Position verschlechtert hätte - Kärnten verzichtet auf alle Zeit auf alle Haftungsansprüche. Auch auf die Einsicht bei der Heta: Was dort passiert - schließlich wird ein Bankenimperium abgebaut - dringt nur inoffiziell nach Klagenfurt durch.

Der Ball liegt also ausschließlich beim Bund: Bis Ende August wird Finanzminister Hans-Jörg Schelling bekannt geben, wie viele Gläubiger die Grundsatzvereinbarung unterfertigt haben - nur wenn es "eine ausreichende Anzahl" ist, kann der Kärntner Ausgleichszahlungsfonds dann das neue Angebot international auflegen. Aber wie viel Zustimmung ist "ausreichend"?

Natürlich rechnet jeder mit einer Angebotsannahme. Schließlich werden die Gläubiger ja mit über 90 Prozent befriedigt. Aber fix ist nichts. Zumal das sogenannte Memorandum of Understanding überraschend nur für Mitglieder der Umbrella-Gruppe gilt. Das sind jene Gläubiger, vorwiegend deutsche Banken und Versicherungen, aber auch österreichische Unternehmen, die schon das erste Angebot zum Platzen gebracht haben. Sie bestehen auf Exklusivität - Hypo-Anleger, die sich nicht ihrer Gruppe anschließen, dürfen das MoU gar nicht unterschreiben.

Kärnten kann derzeit nur warten. Und zittern. Finanzreferentin Gaby Schaunig hat der "Krone" einmal verraten, dass sie sich nicht täglich nach dem neuesten Stand der Zustimmungserklärungen erkundigt: "Ich bin aber zuversichtlich; alles läuft auf Schiene." Derzeit werden die Kreditverträge und das Angebot selbst fertig ausgearbeitet; dieses soll im September veröffentlicht werden.

Bis Ende Oktober muss dann feststehen, ob der viel zitierte "Befreiungsschlag" endlich gelungen ist - und auf wessen Kosten.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ausnahme in IG-L-Zonen
E-Autos mit neuer Regelung bald auf Überholspur
Österreich
Bekennt sich zum ÖFB
Barnes könnte schon gegen Schweden debütieren!
Fußball National
Welle der Entrüstung
Kiew lässt Gazprom-Logos vor CL-Finale entfernen!
Fußball International
Geschäftsführer Sport
Schmadtke soll Wolfsburg in die Erfolgsspur führen
Fußball International
Festnahmen in Linz
Asylwerber als Dealer: 480 Kilo Drogen verkauft
Oberösterreich
Trauer im Wiener Zoo
Malende Orang-Utan-Dame „Nonja“ gestorben
Österreich
Wegen Top-Talent
Mega-Zoff: Liverpool sagt Test gegen Gladbach ab!
Fußball International
Beispiellose Geste
Perus WM-Gegner setzen sich für Guerrero ein!
Fußball International

Für den Newsletter anmelden