Mi, 23. Mai 2018

Schwere Vorwürfe

08.08.2016 15:31

So kassierte die Stadt Star-DJ Parov Stelar ab

Die Steuer-Abzocke von Österreichs derzeit bestem DJ Parov Stelar - er musste inklusive Anwaltskosten 18.000 Euro Vergnügungssteuer nachzahlen, weil Fans bei seinem Gig in der Rinderhalle in St. Marx tanzten - schlägt weiter Wellen. Jetzt schaltet sich auch der Wirtschaftsbund ein.

Die Kritik, die Lukas Lechner vom Wirtschaftsbund an der Stadt anbringt, hat sich gewaschen: "Sie hat das Parov Stelar-Konzert in der Rinderhalle mit 10.000 Euro gefördert, damit sie es nicht im Gasometer spielen, sondern das Prestigeobjekt Rinderhalle fördern - nach dem Konzert holt man sich genau diesen Betrag über die Feststellung, dass es sich doch nicht um ein Konzert handelt, an Vergnügungssteuer zurück." Obwohl ein Gig in dieser trostlosen Halle mitten in der Einöde des ehemaligen Schlachthofes für niemanden ein Vergnügen ist...

Und auch die Berechnungsmethode ist ihm ein Dorn im Auge: "Die Steuer wird vom Umsatz und nicht vom Gewinn berechnet, es kann also passieren, dass Veranstalter ordentliche Verluste einfahren, die Stadt kassiert aber trotzdem ab."

Steuer für Bordelle und Boxkämpfe
Dass in  Österreich sogar auf das Vergnügen eine Steuer eingehoben wird, ist ohnehin schwer zu verstehen - darum gibt es jetzt auch die Seite www.facebook.com/spassbefreien - sie soll mithelfen, dass die Vergnügungssteuer abgeschafft wird. Eingeführt wurde diese übrigens 1922 vom Wiener Finanzstadtrat Hugo Breitner "für Bälle und andere Lustbarkeiten, für Autobesitzer, Großwohnungen, Besuche von Pferderennen, Nachtlokalen, Bordellen und Boxkämpfen." Mit dem Geld wurden zwischen 1925 und 1934 rund 60.000 Gemeindewohnungen errichtet

Bis die Steuer Geschichte ist, gilt weiterhin: "Eine abgabepflichtige Vergnügung liegt auch dann vor, wenn die Veranstaltung neben unterhaltenden auch erbauenden, belehrenden oder anderen nicht als Unterhaltung anzusehenden Zwecken dient." Also eigentlich eh immer und überall...

Was meint ihr dazu? Postet uns in den Kommentaren oder schreibt uns mit Hashtag #City4U auf Facebook, Twitter oder Instagram!

zet

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