Mo, 20. November 2017

Absturz in Muhr

07.08.2016 20:31

Alpin-Anruf nahm den Umweg über die USA

Mitte Juli stürzte beim Abstieg von der Nebelkarscharte in Muhr ein Schweizer (40) ab und zog sich eine Brustkorbverletzung zu. Mittels seines GPS-Gerätes konnte er Alarm schlagen. Sein Notruf nahm einen kuriosen Weg. Denn er führte über die USA, das Außenministerium in Wien zu den Helfern in den Lungau.

Diese Nachricht ging über zehntausende Kilometer, ehe sie letztlich an der richtigen und entscheidenden Stelle ankam. Ein Bergsteiger aus der Schweiz war Mitte Juli auf der Nebelkarscharte in Muhr im Lungau unterwegs. Beim Abstieg stürzte er und verletzte sich. Mittels seines GPS-Gerätes setzte er eine Notruf-SMS ab. Diese ging an den Hersteller des Gerätes, der in den USA sitzt. Von dort aus wurde das Außenministerium in Wien informiert. Ein dortiger Mitarbeiter alarmierte schließlich die Tamsweger Polizei. Die Beamten wiederum gaben die Nachricht an die Flugrettung "Martin 1" weiter.

Ein Team machte sich sofort auf die Suche nach dem Verletzten. Weil aber im Einsatzgebiet dicke Wolken hingen, musste sie den Einsatz abbrechen. Die Bergretter aus Muhr wurden alarmiert. Sie wurden zum Murtörl geflogen, von wo aus sie in Richtung Nebelkarscharte aufstiegen. Die Einsatzkräfte hatten den 40-Jährigen mit Hilfe von Lichtzeichen und Pfiffen schnell gefunden und begleiteten ihn zu Fuß zur Sticklerhütte. Von dort wurde der Patient in das Krankenhaus nach Tamsweg gefahren.

In Bergen fehlt oft der Empfang
Dass ein Alarm so einen großen Umweg nimmt, ist für die erfahrenen Bergretter ein absolutes Neuland. "Solche GPS-Geräte sind bei uns auch nicht üblich. Sie werden eher bei großen Expeditionen verwendet", weiß Maria Riedler, Pressesprecherin der Salzburger Bergretter. Verletzte, die GPS-Koordinaten an die Helfer durchgeben können, erleichtern den Einsatzkräften die Arbeit enorm. Mittlerweile gibt es viele Apps für Smartphones, die dabei helfen. Doch was einige nicht Bedenken: Nicht überall in unseren Bergen funktionieren die Handys auch, weil der Empfang fehlt. Umso wichtiger ist es, seine Touren genau zu planen. Sich verschiedene Strecken schon vorab anzusehen, Hütten herauszusuchen, etc.

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