Fr, 20. Oktober 2017

Neue Netrebko-CD

05.08.2016 20:46

Anna ist fast nicht zu bremsen

Auf der Bühne kann Anna Netrebko momentan nichts bremsen, im Straßenverkehr schafft es der Salzburger Schnürlregen ganz leicht. Zum Pressetalk in der Fördererlounge gestern Mittag kam die Opernsänger nämlich eine halbe Stunde zu spät.

"Es tut mir furchtbar leid, aber ich bin 40 Minuten im Stau gestanden", entschuldigte sie sich. "Unsere Stadt wurde anscheinend nur für den Pferde- und nicht für den Autoverkehr gebaut", konnte sich selbst Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler einen sarkastischen Kommentar zu unserer chaotische Verkehrspolitik nicht verkneifen. Verständlicherweise, schließlich musste sie ja selber bereits zum nächsten Termin eilen. Berührt zeigte sich die Präsidentin hingegen von der Festspielgeschichte, die Anna in Salzburg geschrieben hat und im nächsten Jahr als "Aida" unter Riccardo Muti weiter schreiben wird.

Angefangen hat die innige Beziehung zwischen Anna und den Festspielen 2002, als sie als Donna Anna in "Don Giovanni" unter Nikolaus Harnoncourt auf der Bühne stand. "Ich erinnere mich noch genau, als ich bei Maestro Harnoncourt zum Vorsingen war. Ich hatte gerade mal zwei Phrasen angestimmt, als er plötzlich meinte: Das reicht, du hast die Rolle! Er war ein Genie und wunderbarer Mensch, der die Musik geliebt und gelebt hat. Als ich 2006 in Salzburg unter ihm die Susanna in ,Figaro’ sang, entdeckte ich nach der Aufführung in meiner Garderobe ein Kärtchen von ihm, auf dem stand: Sie haben mich gelehrt, die Susanna aus einem völlig neuen Blickwinkel zu sehen." Dieses Jahr versetzt Netrebko das Festspielpublikum gemeinsam mit ihrem Mann Yusif Eyvazov, der ihr in Puccinis "Manon Lescaut" als ihr Liebhaber Des Grieux zur Seite steht, in Begeisterungsstürme.

"Verismo" ab 2. September erhältlich
Apropos: In dieser Oper unter der Leitung von Muti haben sie sich 2014 in Rom auch lieben gelernt. "Als ich ihn damals das erste Mal singen hörte, war ich von seiner Stimme absolut hingerissen", schwärmt sie - betont aber im gleichen Moment: "Bei der Arbeit sind wir nicht Mann und Frau, sondern Kollegen!" Gemeinsam mit ihrem Liebsten ist sie auch auf ihrer neuen CD "Verismo" zu hören, die ab 2. September erhältlich ist und Arien und Duette aus Manon Lescaut, Tosca, Madame Butterfly oder Turandot zu bieten hat. "Um eine Rolle singen zu können, muss ich sie lieben. Ich liebe auch deutsche Rollen, wie z.B. Wagners ,Elsa’. Allerdings hab ich bei deutschen Partien das Problem, dass ich mir den Text nur sehr schwer merken kann, und ihn deshalb immer vom Teleprompter ablesen muss." Ein kleines Manko, das so einer großen Diva aber bestimmt jeder verzeiht.

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