Mi, 18. Oktober 2017

Geringe Versorgung

05.08.2016 20:36

Rasche Hilfe bei Schlafstörung wichtig

Volkskrankheit schlechter Schlaf - nicht selten steckt ein Schlafapnoe-Syndrom dahinter. Experten schätzen, dass in Salzburg rund 25.000 Menschen von den unfreiwilligen nächtlichen Atem-Aussetzern betroffen sind. Eine Abklärung erfolgt in Schlaflaboren, doch die Wartezeiten auf einen freien Platz sind lang.

In Österreich klagt bereits jeder Dritte über Einschlaf- oder Durchschlafstörungen und jeder Zehnte leidet am so genannten Schlafapnoe-Syndrom - ein starkes Schnarchen, das gesundheitliche Schäden hervorruft. Experten gehen davon aus, dass in Salzburg rund 25.000 Menschen davon betroffen sind. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung, bei der es im Schlaf zu kurzen Aussetzen der Atmung oder zu einer Verschlechterung der Atmung kommt. Neben einer genetischen Veranlagung können sich auch zahlreiche weitere Faktoren begünstigend auswirken, wie etwa Übergewicht, abendlicher Alkoholgenuss oder eine Nasenscheidewand-Verkrümmung.

Die Folge ist nicht nur eine Störung der Schlafqualität, sondern auch unregelmäßiger Herzschlag und nächtlicher Bluthochdruck. Wird die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt, kann das zu gravierenden Herz-Kreislauf Folgeerkrankungen und zu einem erhöhten Herzinfarkt- oder Schlaganfallrisiko führen. Die medizinische Abklärung erfolgt in einem Schlaflabor, doch laut Experten ist die Versorgung in diesem Bereich in Salzburg alles andere als berauschend - oftmals weichen Patienten aufgrund langer Wartezeiten auf die Kreisklinik Bad Reichenhall im benachbarten Bayern aus.

"Verspätete Diagnosen durch lange Wartezeiten"
Dr. Rainer Popovic, Sekretär der Österreichischen Gesellschaft für Schlafmedizin und Schlafforschung, findet sogar, dass die Versorgung von Schlaflaboren in Salzburg "zum Weinen" ist. Derzeit existieren lediglich drei Schlaflabore sowie vier niedergelassene Ärzte die "Schlaflabore light" anbieten. In Wien oder Tirol sei die Versorgung wesentlich besser. "Durch die langen Wartezeiten kommt es zu verspäteten Diagnosen, die nicht nur gesundheitliche Probleme verschärfen, sondern auch zu teuren Folgebehandlungen führen", kritisiert Neos-Klubchef und Internist Dr. Sebastian Huber. Er fordert jetzt, dass das Land und die Sozialversicherungen weitere Schlaflaborplätze in den SALK und in einem privaten Ambulatorium schaffen.

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