Sa, 18. November 2017

Vergewaltigungsopfer

05.08.2016 14:16

Istanbul: Homosexueller Flüchtling geköpft

Ein homosexueller syrischer Flüchtling ist laut Medienberichten bei einer Massenvergewaltigung in der Türkei grausam verstümmelt und enthauptet worden. Wie die Homosexuellenorganisation Kaos GL mitteilte, war Muhammed Wisam S. bereits am 23. Juli verschwunden, nachdem er seine Wohnung in Fatih, einem islamisch-konservativ geprägten Bezirk von Istanbul, verlassen hatte.

Laut Kaos GL war S. vor einem Jahr vor dem syrischen Bürgerkrieg in die Türkei geflohen. Dort habe er aber ebenfalls um sein Leben gefürchtet und das Land verlassen wollen. Mit Messern bewaffnete Bandenmitglieder hätten ihm gedroht, ihn zu vergewaltigen.

"Sein Oberkörper war nicht zu erkennen"
Ein Freund des Syrers namens Görkem sagte, S. sei so brutal angegriffen worden, dass zwei Messer noch in seiner Leiche gesteckt seien. "Sie haben ihn geköpft", sagte der Freund. "Sein Oberkörper war nicht zu erkennen. Seine inneren Organe waren draußen. Wir haben unseren Freund an seiner Hose erkannt", so Görkem über die Identifizierung der Leiche. Wie türkische Medien übereinstimmend berichten, wurde Wisam S. zuvor entführt und von einer Männergruppe vergewaltigt.

Ein Mitbewohner des Syrers sagte nach Angaben von Kaos GL, S. sei vor fünf Monaten schon einmal entführt und vergewaltigt worden. "Sie fuhren ihn in einem Auto in einen Wald, wo sie ihn schlugen und vergewaltigten", sagte der Mitbewohner den Angaben zufolge. Eigentlich hätten die Angreifer den Syrer töten wollen, er sei aber entkommen, indem er sich auf die Straße geworfen habe. Die Polizei habe nach diesem Vorfall nichts unternommen.

Gewalt gegen Schwule in der Türkei nimmt stark zu
Ein weiterer Freund namens Diya berichtete laut Kaos GL, dass Gewalt gegen Schwule in der Türkei an der Tagesordnung sei. "Ob du Syrer bist oder Türke, macht keinen Unterschied. Wenn du homosexuell bist, bist du ein Ziel", wurde Diya zitiert. Homosexualität ist in der Türkei seit 1923 nicht mehr verboten, auch im Osmanischen Reich war gleichgeschlechtliche Liebe ab Mitte des 19. Jahrhunderts erlaubt. Homosexuelle werden in dem muslimisch geprägten Land nach eigenen Angaben aber regelmäßig Opfer von Angriffen und Misshandlungen.

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