Do, 19. Oktober 2017

Knappe Sache

04.08.2016 21:12

Austria ringt Trnava im Elferschießen nieder!

Knapp, aber doch: Austria Wien hat den Aufstieg ins Play-off der Europa League geschafft! Gegen Spartak Trnava setzten sich die Wiener nach nervenaufreibenden 120 Minuten freilich erst mit 5:4 im Elfmeterschießen durch. Kevin Friesenbichler hatte die Austria mit seinem späten 1:0 in die Verlängerung geschossen. Das Hinspiel hatte vor einer Woche Trnava mit 1:0 gewonnen. Die Wiener hatten zwar mehr Spielanteile, kamen aber erst spät vermehrt zu guten Möglichkeiten. Der eingewechselte Friesenbichler schickte das Spiel mit seinem Kopfballtreffer in der 88. Minute in die Verlängerung, die ohne Tore vorüberging. Im Elfmeterschießen scheiterte mit Trnava-Kapitän Martin Mikovic der letzte Schütze an ÖFB-Teamgoalie Robert Almer.

Das Spiel in der fast ausverkauften City Arena hätte beinahe mit einem Schockmoment begonnen. Robert Tambe hatte vor einer Woche im Wiener Ernst-Happel-Stadion getroffen und hätte der Austria nach nur 65 Sekunden den nächsten Schlag versetzen können. Alleine vor Almer versagten dem Stürmer aus Kamerun aber die Nerven, sein Schuss ging knapp rechts daneben.

Die Austria war in der vierten Minute nahe am Torerfolg. Den sehenswerten Freistoß von Alexander Grünwald fischte Goalie Adam Jakubech aber spektakulär aus dem Kreuzeck. Der Kärntner hatte nach einigem Leerlauf in der 29. Minute auch die nächste Gelegenheit: Nach einer Flanke von Tarkan Serbest kam er gegen zwei Slowaken zum Kopfball, der aber etwas zu viel Linksdrall hatte. Raphael Holzhauser verfehlte zehn Minuten später mit einem Fernschuss das Ziel. In der 41. Minute griff Almer bei einem Halilovic-Schuss rettend ein.

Kevin Friesenbichler schießt die Austria in die Verlängerung
Olarenwaju Kayode kam nach Wiederanpfiff in der 66. Minute zu seiner bis dahin besten Aktion. Gegen den kompromisslos herauslaufenden Jakubech fackelte der Nigerianer nicht lange, der Ball ging am Tor vorbei. Schiedsrichter Ivan Bebek entschied allerdings auf Freistoß, den Grünwald an die Unterkante der Latte hämmerte. Von dort sprang das Leder auf die Torlinie und dann aus dem Gefahrenbereich. Wo genau der Ball gelandet war, vermochten auch die TV-Zeitlupen nicht zweifelsfrei zu belegen. Die violette Schlussoffensive war damit aber jedenfalls eingeleitet. Friesenbichler (75.) scheiterte mit einem satten, aber zu zentralen Schuss von der Strafraumgrenze. Anschließend brachte Serbest (76.) den Ball per Volley nicht am starken Jakubech vorbei, Grünwald (85.) versuchte es vergeblich aus der Distanz. Für den erlösenden Treffer sorgte Friesenbichler, der in der 70. Minute eingewechselt worden war, dann nach Vorarbeit von Lukas Rotpuller und Mario Kvasina praktisch im letzten Moment.

In der Verlängerung hatten beide Teams ihre Momente. Kayode (96.) probierte es mit einem Fallrückzieher. Auf der Gegenseite wurde es in der 99. Minute gefährlich, weil Almer weit außerhalb seines Strafraums dribbelte und sich prompt verzettelte, als er fast bei der Mittelauflage gelandet war. Den langen Ball aufs Tor fing Rotpuller für seinen ausgeflogenen Kapitän ab. Kapitän Mikovic (110.) scheiterte nach dem erneuten Seitenwechsel alleine gegen Almer und Rotpuller. Im Elfmeterschießen fing Almer seinen schwachen und wenig platzierten Versuch ab und verlängerte damit die Europacup-Reise der Austria. Zuvor hatten alle neun Schützen mehr oder weniger souverän verwandelt. Zu den im Vorfeld befürchteten Ausschreitungen kam es in der Westslowakei übrigens offenbar nicht.

Das Ergebnis:
Spartak Trnava - FK Austria Wien 4:5 i.E., 0:1 n.V. (0:1, 0:0)
Trnava, City Arena, 16.500 Zuschauer, SR Bebek/CRO
Tor: 0:1 Friesenbichler (80.)
Gelbe Karten: Tambe, Jakubech, Hornik, Hladik bzw. Holzhauser, Tajouri, Friesenbichler
Trnava: Jakubech - Kadlec, Gressak, Godal, Hornik - Bello, Sloboda - Schranz, Halilovic (97. Jirka), Mikovic - Tambe (79. Hladik)
Austria: Almer - Larsen, Rotpuller, Filipovic, Martschinko - Serbest, Holzhauser (70. Friesenbichler) - Venuto (86. Kvasina), Grünwald, Pires (70. Tajouri) - Kayode
Elfmeterschießen:
0:1 Larsen trifft
1:1 Godal trifft
1:2 Tajouri trifft
2:2 Schranz trifft
2:3 Kvasina trifft
3:3 Sloboda trifft
3:4 Serbest trifft
4:4 Jirka trifft
4:5 Friesenbichler trifft
4:5 Mikovic vergibt (Almer hält)

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