Di, 21. November 2017

Schweizer Studie:

03.08.2016 18:00

Kürzere Asylverfahren verbessern Chancen auf Job

Je kürzer Asylverfahren dauern, desto eher haben die Betroffenen die Chance, eine Beschäftigung zu finden. Das ist zusammengefasst das Ergebnis einer Studie von Schweizer Forschern. Demnach erhöht die Reduktion der Dauer des Verfahrens um ein Jahr die Job-Chancen um beachtliche 20 Prozent.

Ein Team um Dominik Hangartner von der Universität Zürich und der London School of Economics hat für die Untersuchung die Daten des staatlichen Schweizer Sekretariats für Migration analysiert. Obwohl Asylwerber in der Schweiz bereits während der Wartezeit auf die Entscheidung über ihren Status arbeiten dürfen (nach drei bis sechs Monaten, Anm.), gibt es demnach trotzdem einen Einfluss der Dauer der Unsicherheit auf die Wahrscheinlichkeit einer angemeldeten Beschäftigung.

"Die Wahrscheinlichkeit, einen Job zu finden, fiel um ein Fünftel - von 23 auf 18 Prozent -, wenn die Asylwerber die positive Entscheidung über ihren Antrag erst am Ende des dritten statt schon am Ende des zweiten Jahres erhielten", fasste Hangartner die Ergebnisse der in "Science Advances", einer Open-Access-Schwester des US-Fachblattes "Science", publizierten Studie zusammen.

"Die Stärke des Effekts (der Dauer der Wartezeit, Anm.) ist bemerkenswert. Wir können mit Sicherheit annehmen, dass sie (die Asylwerber, Anm.) umso mehr entmutigt werden, je länger sie warten müssen." Die Wissenschaftler achteten bei ihren Analysen darauf, dass Ausbildungsstatus und andere Charakteristika der Asylwerber, deren Daten sie auswerteten, keinen Einfluss auf die Resultate hatten. Es hätte ja sein können, dass jene, die eher eine Arbeit bekamen, wegen besserer Sprachkenntnisse oder ähnlicher Faktoren bevorzugt waren.

Studie belegt, was schon vermutet wurde
"Unser Ergebnis wurde von manchen Menschen erwartet. Aber Spekulationen sind das eine. Das Wissen um die Größe des Effekts und die Möglichkeit, die wirtschaftlichen Kosten und möglichen Einsparungen der Änderung einer Politik zu berechnen, ist etwas ganz anderes", stellten die Wissenschaftler fest.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden