Mo, 23. Oktober 2017

Harte Bandagen

02.08.2016 17:56

Trump-Frontalangriff: „Clinton ist der Teufel!“

"Crooked Hillary" (korrupte Hillary) war gestern, "the devil" (der Teufel) ist heute: Der wegen seiner Attacken auf die Eltern eines gefallenen US-Soldaten in die Defensive geratene US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump versucht sich mit einem verbalen Frontalangriff auf seine Kontrahentin Hillary Clinton Luft zu verschaffen. Clinton sei "der Teufel", sagte Trump am Montag in Pennsylvania. Unterdessen übten US-Präsident Barack Obama und US-Milliardär Warren Buffet scharfe Kritik an Trump.

Der Immobilientycoon äußerte sich bei einer Wahlkampfveranstaltung in Mechanicsburg im Ostküstenstaat Pennsylvania, der bei dem Urnengang im November möglicherweise wahlentscheidend ist. Dabei kritisierte er Clintons Mitbewerber Bernie Sanders, weil er im Rennen um die demokratische Präsidentschaftskandidatur aufgegeben habe. "Er hat einen Deal mit dem Teufel gemacht. Sie ist der Teufel", sagte Trump.

Wenig schmeichelhafte Worte für Kontrahenten
Bisher hatte er ihr im Wahlkampf das Attribut "korrupt" ("crooked") umgehängt. Schon im Vorwahlkampf der Republikaner etikettierte er seine Kontrahenten mit wenig schmeichelhaften Eigenschaftsworten wie "lügnerisch" ("lying Ted Cruz"), "klein" ("little Marco Rubio") oder "ausgelaugt" ("low Energy Jeb Bush").

Trump befürchtet Fälschung der Wahl
In weiteren Äußerungen baute Trump auch schon einer möglichen Niederlage bei der Präsidentenwahl vor. "Um ehrlich zu sein: Ich befürchte, die Wahl wird gefälscht", sagte er bei einem Wahlkampfauftritt im ebenfalls heftig zwischen Demokraten und Republikanern umkämpften Bundesstaat Ohio. In einem Interview für den konservativen TV-Sender Fox bekräftigte er später seine Befürchtung und rief die Republikaner auf, bei der Wahl "genau hinzuschauen, sonst wird sie uns weggenommen".

Attacke auf Eltern eines gefallenen Soldaten
Trump ist in den vergangenen Tagen massiv unter Druck geraten, weil er sich mit den Eltern des im Jahr 2004 im Irak gefallenen Humayun Khan angelegt hat. Dessen Vater hatte Trump beim demokratischen Parteitag scharf kritisiert und ihm vorgehalten, "nichts und niemanden geopfert" zu haben für die USA. Trump ließ das nicht auf sich sitzen und attackierte daraufhin die Mutter des gefallenen Soldaten. Für seine Aussagen erntete Trump massive Kritik, insbesondere aus den Reihen der Republikaner. Auch der Verband der US-Kriegsveteranen wies den rechtspopulistischen Politiker scharf zurecht.

Obama: "Trump ist ungeeignet als US-Präsident"
US-Präsident Barack Obama sprach dem republikanischen Bewerber um seine Nachfolge mit deutlichen Worten die Fähigkeit für das Amt aus. "Ja, der republikanische Kandidat ist nicht geeignet", sagte Obama am Dienstag im Weißen Haus. Er forderte gleichzeitig führende Köpfe in der republikanischen Partei auf, Trump die Gefolgschaft zu verweigern. "Was sagt das über diese Partei aus, wenn er die Führungsfigur ist?" sagte Obama. "Da muss ein Punkt kommen, wo man sagt, wer solche Aussagen macht, der hat nicht die Urteilskraft und nicht den Charakter, die mächtigste Position der Welt auszuüben." "Es muss ein Punkt kommen, wo man sagt: Jetzt reicht es!"

Buffett: "Sogar ein Affe kann mehr Geld verdienen als Trump"
Gegenwind für Trump kommt auch von US-Investorenlegende Warren Buffett, der die unternehmerischen Fähigkeiten des Republikaners infrage stellt. Selbst ein Affe hätte an der Börse besser abschneiden können als der Milliardär, als er 1995 seine Hotels und Kasinos an die Wall Street gebracht habe, sagte Buffett auf einer Wahlkampfveranstaltung mit Clinton am Montag.

Es sei damals das einzige Mal gewesen, dass Trump die amerikanische Öffentlichkeit gebeten habe, in sein Unternehmen zu investieren. Doch nach dem Börsengang habe die Firma ein Jahrzehnt lang Verluste eingefahren. Wenn ein Affe 1995 "einen Pfeil auf die Aktien-Scheibe geworfen hätte, dann hätte der Affe im Schnitt 150 Prozent erzielt". Trump argumentiert, sein Erfolg als Geschäftsmann qualifiziere ihn dazu, US-Präsident zu werden.

Buffett forderte auf der Veranstaltung in seinem Heimatstaat Nebraska Trump auch dazu auf, wie im Wahlkampf üblich seine Steuererklärung zu veröffentlichen. Trump lehnt dies mit dem Verweis ab, dass die Bundessteuerbehörde IRS ihre Überprüfung der Unterlagen noch nicht abgeschlossen habe. Buffett sagte dagegen, Trump habe nicht vor dem Finanzamt Angst, sondern vor den Wählern.

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