Sa, 18. November 2017

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01.08.2016 17:55

Kontroverse um getöteten Soldaten: Trump legt nach

US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump legt im Konflikt um seine Attacken auf die Familie eines gefallenen US-Soldaten nach. "Herr Khan, der mich nicht kennt, hat mich von der Bühne des demokratischen Parteitags gehässig angegriffen und macht das jetzt auf allen TV-Sendern - nett!", empörte sich Trump am Montag. "Es geht bei dieser Geschichte nicht um Herrn Khan, sondern um den radikalen islamischen Terrorismus und die USA. Denkt nach!", schrieb Trump in einem Twitter-Eintrag.

Khizr Khan hatte am demokratischen Nominierungsparteitag heftige Kritik an Trump und dessen Vorschlag geübt, Muslimen die Einreise in die USA zu verweigern. Dabei verwies er auf seinen Sohn Humayun, der im Jahr 2004 als US-Soldat im Irakkrieg gefallen sei. Im Gegensatz zu ihm habe Trump "nichts und niemanden geopfert", betonte Khan.

Trump reagierte, dass er "viele Opfer" gebracht und Zehntausende Jobs geschaffen habe. Außerdem äußerte er sich abfällig über Khans Ehefrau Ghazala, die während der Rede neben ihrem Mann auf der Bühne gestanden war. "Vielleicht war es ihr nicht erlaubt, etwas zu sagen", meinte der Republikaner. Ghazala schrieb daraufhin in einem Beitrag für die "New York Times", sie habe aus Schmerz ob des Verlustes ihres Sohnes nicht sprechen können. "Donald Trump hat gesagt, er hat eine Menge Opfer gebracht. Er weiß nicht, was das Wort Opfer bedeutet", richtete sie dem Immobilienmagnaten aus.

Immer wieder persönliche Untergriffe von Trump
Trump hat im Wahlkampf schon mit mehreren persönlichen Untergriffen für Empörung gesorgt, unter anderem auf einen behinderten Journalisten, eine TV-Journalistin oder einen mexikanischstämmigen Richter. Sein Angriff auf die Familie eines im Kriegseinsatz gefallenen Soldaten gilt als Tabubruch, mit dem er insbesondere republikanische Kernwähler vor den Kopf stößt.

Entsprechend scharf fielen auch die Zurechtweisungen aus den Reihen der Republikaner aus. "Inakzeptabel" sei eine unzureichende Beschreibung dafür, was Trump geliefert habe, empörte sich der rechte Südstaaten-Senator Lindsay Graham. Dass man Eltern gefallener Soldaten nicht kritisiert, "selbst wenn sie dich kritisieren", gehöre zu jenen Dingen, "die einmal geheiligt waren in der amerikanischen Politik", unterstrich Graham. Sein Senatskollege Kelly Ayotte zeigte sich "entsetzt", dass Trump "sich erfrecht, seine Opfer mit jenen einer "Gold Star family" (Familie eines gefallenen Soldaten, Anm.) zu vergleichen".

Auch Mike Pence wegen Trump in der Bredouille
Die verbalen Ausfälle bringen auch Trumps Vizekandidaten Mike Pence in die Bredouille. Der republikanische Gouverneur von Indiana hatte im bisherigen Wahlkampf nämlich immer wieder darauf verwiesen, dass sein Sohn ein Marinesoldat ist. Erst mit einem Tag Verzögerung äußerte er sich nun, indem er Khans gefallenen Sohn "als amerikanischen Helden" bezeichnete, dessen Familie von allen Amerikanern "in Ehren gehalten" werden solle.

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