Mi, 22. November 2017

Prozess in NÖ

01.08.2016 17:12

18 Jahre Haft für Mord an Lebensgefährten

Wegen Mordes ist eine 34-Jährige am Montag am Landesgericht St. Pölten nicht rechtskräftig zu 18 Jahren Haft verurteilt worden. Die Frau hatte ihren Lebensgefährten am 28. Jänner in einer Gemeinde nahe St. Pölten mit zwei Messerstichen getötet. Das Urteil der Geschworenen fiel einstimmig. Außerdem wurde eine bedingte Strafnachsicht von 15 Monaten aus einer früheren Verurteilung wegen schwerer Körperverletzung widerrufen. Die Verteidigung meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an, die Staatsanwaltschaft gab keine Erklärung ab. Damit ist das Urteil nicht rechtskräftig.

Mildernd auf die Strafhöhe wirkten sich der Beitrag zur Wahrheitsfindung der Angeklagten aus sowie der Umstand, dass sie vor der Tat von ihrem Lebensgefährten provoziert wurde. Erschwerend waren die Tatbegehung während zwei Probezeiten sowie zwei einschlägige Vorstrafen, erklärte Richter Helmut Weichhart.

Vor Bluttat gemeinsam gezecht
Das Paar trank regelmäßig größere Mengen an Alkohol, es kam immer wieder zu Auseinandersetzungen und Handgreiflichkeiten. Am Vortag der Bluttat zechten die beiden an einem Würstelstand in St. Pölten, am Abend ging die Angeklagte mit einem Bekannten in ein Lokal. Beim Heimkommen kam es laut der 34-Jährigen zu einem Streit und einer Rangelei mit ihrem Lebensgefährten. Der 38-Jährige starb in den frühen Morgenstunden des 28. Jänner an zwei 17 Zentimeter langen Stichen mit einem Küchenmesser in den Brustbereich.

Frau in Lokal festgenommen
Nach der Tat saß die Frau stundenlang in der Küche. In der Früh erzählte sie einem Bekannten, dass sie wieder solo sei. Als sich die Angeklagte am Nachmittag in einem Lokal in St. Pölten einem Bekannten anvertraute, verständigte dieser die Polizei. Der Lebensgefährte wurde tot in der Wohnung aufgefunden. Die Frau wurde kurz vor 19 Uhr in einem Innenstadtlokal in der Landeshauptstadt festgenommen und saß seitdem in Untersuchungshaft.

Die Angeklagte hatte sich nicht schuldig zum Mordvorwurf bekannt. An einen zweiten Stich konnte sie sich nicht mehr erinnern. Verteidigerin Iris Augendoppler verwies auf die "äußerst schwierige Kindheit" ihrer Mandantin.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden