Terror und Gewalt

Warum Wiens Polizisten ihren Job trotzdem lieben

Dei Zeiten ändern sich, das friedliche Zusammenleben in der Stadt wird schwieriger, der Job einer Polizistin oder eines Polizisten immer aufreibender. Aber dennoch machen sie Dienst mit Begeisterung und Engagement. City4U begleitete ein Team auf ihrer Streife durch Ottakring.

Inspektorin Klara S. (23) ist seit Juni des Vorjahres ausgebildete Polizistin, sie geht heute gemeinsam mit ihrem Kollegen Martin G. (29), der seit September 2015 im Dienst ist, Streife durch Ottakring. Die "Einsatzgürtel" hängen schwer an ihren Hüften, inklusive Glock-Pistole, Reservemagazin, Tränengasspray und Handschellen wiegt er mehr als 5 Kilo.

Am Weg quer über den Brunnenmarkt, immer wieder unterbrochen durch Gespräche mit den Standlern,  erzählen sie, warum sie Polizisten wurden.

Für Klara war es schon immer der Traumberuf: Sie brach ihr Jus-Studium ab und stieg im September 2013 in den Lehrkurs ein. Für Klara die richtige Entscheidung: "Ich liebe meinen Job." Ihr dramatischster Einsatz: Sie stellte bei der U3-Station Ottakring einen Mann mit einem Maschinengewehr. Nach einem Warnschuss ließ er die Waffe fallen - sie stellte sich später als täuschend echter Softgun-Nachbau heraus. Unmöglich, das im Dämmerlicht zu erkennen.

Martin, ihr Kollege, hat sich mit dem Job des Polizisten einen Kindheitstraum erfüllt - er ließ sich sogar die Augen operieren, um eine Sehschwäche zu beseitigen, erst dann wurde er in den Dienst aufgenommen. Seine "Feuertaufe" erlebte er bei einer Verfolgungsjagd, als er einen Täter quer über den dichtbefahrenen Gürtel verfolgte - und den Mann schließlich festnehmen konnte.

Auch wenn die Umstände immer schwieriger für die Beamten werden, und ihnen vor allem von Jugendlichen mit Migrationshintergrund wenig Respekt entgegengebracht wird, wissen die beiden Inspektoren, wie sie sich diesen verschaffen. Martin G.:  "Wenn ich zu einem Burschen sage, ich rufe deinen Vater an und erzähle ihm alles, wird er ganz kleinlaut und streichelweich."

Ein Mord erschütterte die Stadt
Wie gefährlich der Brunnenmarkt aber sein kann, beweist der Mord, der Anfang Mai Wien erschütterte: Der Kenianer Francis N. (21), für ihn gilt die Unschuldsvermutung, erschlug mit einer Eisenstange Maria E. (54). Die Frau, dreifache Mutter und vierfache Oma, war um 2.30 Früh am Weg zur Arbeit und hatte zufällig den Weg des Asylwerbers gekreuzt.

zet

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