Mi, 21. Februar 2018

Fast 90 Prozent

01.08.2016 09:15

Tirol gab bei Asylquote „rote Laterne“ ab

6400 an der Zahl - so viele Asylwerber sind aktuell in Tirol untergebracht. Damit ist die Quote zu 90 Prozent erfüllt - die "rote Laterne" im Bundesländervergleich wurde an Salzburg und Kärnten abgegeben. Brisant: Noch heuer könnten bis zu 3600 zusätzliche Asylplätze nötig sein. Für die umstrittene Traglufthalle in Innsbruck mit 240 Asylwerbern gibt es nun grünes Licht.

Heuer schon über 7000 Aufgriffe von Illegalen in Tirol, dazu noch schätzungsweise eine Million Flüchtlinge, die im nordafrikanischen Raum auf die lebensgefährliche Fahrt über das Mittelmeer nach Europa warten. Sollte Italien dem Kontrolldruck nicht standhalten, könnte auch auf Tirol noch in diesem Jahr ein gewaltiger Ansturm zukommen. "Die Hauptreisezeit steht nun mit August und September erst bevor", hieß es zuletzt von der Polizei.

Aktuell sind hierzulande schon rund 6400 Asylwerber in 214 Heimen untergebracht - die Quote ist damit zu 89,7 Prozent erfüllt. Tirol hat dadurch in Österreich auch nicht mehr die "rote Laterne" inne und belegt im Ranking vor Salzburg und Kärnten den siebten Rang. "Derzeit erleben wir eine kurzfristige Entspannung der Lage, wir sind aber weiter bemüht, adäquate Quartiere zu schaffen. Um vorbereitet zu sein", erklärt Georg Mackner von den Tiroler Sozialen Diensten (TSD).

10.000 Plätze in der Grundversorgung

Derzeit sehe es so aus, als würde man bis Ende des Jahres "8000 bis 10.000 Plätze in der Grundversorgung benötigen." Heißt im Umkehrschluss: bis zu 3600 Plätze müssen in den kommenden Monaten wohl noch geschaffen werden. Wo, ist aber noch unklar.

Derzeit sind in 164 Tiroler Gemeinden Asylwerber in privaten Wohnungen oder organisierten Heimen einquartiert. Kleinere Einheiten, wie etwa in Wattens, Arzl im Pitztal oder in Tannheim, wo erst kürzlich Afghanen die Unterkunft ablehnten (!), sollen in Kürze besiedelt werden. In der Gemeinde Angerberg hingegen machte erst vergangene Woche ein potenzieller Vermieter einen Rückzieher.

Genehmigung für die Traglufthalle Innsbruck

Für die im Innsbrucker Stadtteil Mühlau seit Monaten leerstehende und äußerst umstrittene Traglufthalle (geschätzte Kosten 1,8 Mill. Euro) sollen nun alle Genehmigungen vorliegen. Dort hätten - wie mehrfach berichtet - bereits im Frühjahr Flüchtlinge einziehen sollen. 240 Plätze für zwei Jahre sind vorgesehen. Dass die Halle seit Monaten leer steht, ist insofern interessant, da in Hall die komplett identische Traglufthalle von der dortigen Behörde genehmigt wurde und schon seit Monaten besiedelt ist. Fakt ist bei der Halle im Gewerbegebiet Mühlau/Arzl aber: Auch die leere Traglufthalle kostete bisher bereits Geld - denn neben den laufenden Betriebskosten wird diese Tag für Tag rund um die Uhr von einer privaten Security-Firma überwacht.

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