Fr, 17. November 2017

Wrabetz vs Grasl

28.07.2016 15:24

ORF-Wahl: Ausschreibung ohne Überraschungen

Ohne Überraschungen dürfte am Donnerstag um Mitternacht die Ausschreibungsfrist für den Posten des ORF-Generaldirektors zu Ende gehen. Der amtierende ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und ORF-Finanzdirektor Richard Grasl gelten weiter als aussichtsreichste Kandidaten aus dem Bewerberfeld.

Konkrete Infos über die inhaltlichen Konzepte der beiden Bewerber sowie über weitere Kandidaten sollen im Laufe des Freitag bekannt werden. Neben Wrabetz und Grasl wurden bisher nur Jux-Bewerbungen kolportiert, etwa jene der "Staatskünstler" um den Kabarettisten Florian Scheuba oder des YouTube-Satirikers Georg Anton.

Fernsehdirektorin Kathrin Zechner schloss zuletzt eine Bewerbung aus, und auch Online-Chef Thomas Prantner zerstreute am Donnerstag Spekulationen, er könnte antreten, um mit einer taktischen Kandidatur Grasl Stimmen wegzunehmen. "Dieses Gerücht ist falsch. Ich werde mich nicht um die Funktion des Generaldirektors bewerben", so Prantner, der als Verbindungsmann zur FPÖ gilt und für einen Platz im ORF-Direktorium im Gespräch sein soll.

Match der Parteien?
Mit namhaften Bewerbungen internationaler Medienmacher rechneten Fernsehexperten erst recht nicht. Zu sehr hat sich Österreichs Politik in den vergangenen Wochen in den ORF-"Wahlkampf" eingebracht. Wrabetz wird von der SPÖ unterstützt, Grasl von der ÖVP. Bundeskanzler Christian Kern meinte etwa, dass er "ganz klar" für den Verbleib von Wrabetz sei. ÖVP-Generalsekretär Peter McDonald wiederum nannte Grasl einen "rundum geeigneten Kandidaten, den man sich im ORF nur wünschen kann".

ORF-Redakteurssprecher Dieter Bornemann sprach am Donnerstag in der "Presse" von einer "unerfreulichen Situation", weil der Eindruck entstehe, es gehe um eine Match zwischen SPÖ und ÖVP. "Viele Leute haben den Eindruck, es geht darum, welche Partei sich durchsetzt, und nicht, welches Konzept das bessere ist", sagte Bornemann.

Tag der Entscheidung am 9. August
Gewählt wird der neue ORF-Generaldirektor am 9. August durch den 35-köpfigen ORF-Stiftungsrat. 18 Stimmen sind für eine Mehrheit notwendig. Die Mitglieder des Gremiums werden von Regierung, Parteien, Bundesländern, ORF-Publikumsrat und Betriebsrat beschickt und sind - abgesehen von wenigen Ausnahmen - in parteipolitischen "Freundeskreisen" organisiert.

SPÖ und ÖVP können derzeit auf je 13 Vertreter zählen. FPÖ, Grüne, NEOS und Team Stronach haben je einen Stiftungsrat. Der von BZÖ/FPK bestellte und von der SPÖ-geführten Landesregierung verlängerte Kärntner Stiftungsrat sowie vier Unabhängige komplettieren das Gremium. Wegen der knappen Mehrheitsverhältnisse ist der Ausgang der Abstimmung offen. Den Ausschlag dürften die Vertreter der Opposition sowie die Unabhängigen im obersten ORF-Gremium geben.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden