Di, 17. Oktober 2017

Analyse vor Neuwahl

27.07.2016 14:41

Für Van der Bellen sieht’s schlecht aus

(27.7.2016) - In seinem aktuellen Kommentar für die Österreich-Ausgabe der "NZZ" prognostiziert Chefredakteur Michael Fleischhacker Alexander Van der Bellen nicht gerade die besten Aussichten für die kommende Stichwahl zum Bundespräsidentenamt. "Wenn sich an der politischen Großwetterlage nicht Entscheidendes ändert - und derzeit spricht wenig dafür -, sieht das nicht besonders gut aus für Alexander Van der Bellen. Ein Sieg Norbert Hofers wird schwer zu verhindern sein."

Fleischhacker argumentiert, dass die jüngste Serie von blutigen Anschlägen in Deutschland und Frankreich, aber auch der Putsch in der Türkei viele Fragen aufgeworfen hätten, auf die die Grünen und Van der Bellen keine Antwort hätten. Zwar hätten diese auch die FPÖ und Hofer nicht, jedoch: "Die FPÖ kann für sich in Anspruch nehmen, sie rechtzeitig gestellt zu haben, während gerade die Grünen einen guten Teil ihres politisch-moralischen Selbstbewusstseins daraus schöpften, schon das Stellen der Fragen als xenophobisch-hetzerischen Akt zu denunzieren."

"Die Angst ist real"
Die reine Feststellung, dass "verantwortungsbewusste und vernünftige Menschen solche Parteien nicht wählen sollen oder dürfen", helfe gar nichts mehr, meint Fleischhacker. "Außer den Menschen, die solche Parolen selbst kreieren, interessiert das längst niemanden mehr. Warum auch? Die Angst ist real, weil sie eine unmittelbare Reaktion auf reale Ereignisse ist, während das beruhigende Gemurmel des Professors, das sich bei Aperol Spritz und einem Film-noire-Open-Air so lässig anhört, inzwischen fast ein wenig aufreizend wirken muss."

Seit der Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes, die Stichwahl wiederholen zu lassen, habe sich die Welt geändert: "Sie ist, wenn man so will, ein bisschen mehr die Welt geworden, vor der die bösen Rechtspopulisten schon so lange warnen." Daher drohe Van der Bellen eine Niederlage beim Urnengang: "Jeder, der dieses Faktum unterschätzt, ob Bundespräsidentschaftskandidat oder Regierungspartei, und deshalb so tut, als müsste man nur opahaft oder superlässig bleiben, um die Welt zu begeistern, wird dafür gnadenlos abgestraft werden. Und zwar vollkommen zu Recht."

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