Do, 23. November 2017

Heimische Festivals

25.07.2016 20:28

„Absolute Sicherheit vor Terror kann es nie geben“

Sie steigen aus schwarzen Luxuslimousinen mit Rauchglasscheiben, kommen in glitzernden Roben - sie pilgern aber auch in Scharen zu Fuß hin, in zerrissenen Jeans. Und allesamt haben sie seit dem Selbstmordanschlag in Ansbach eines gemeinsam: die Ungewissheit auf dem Weg zum Festabend als ständigen Begleiter. Bei den heimischen Festival-Veranstaltern herrscht daher Alarmstufe Rot. So kündigt die Salzburger Exekutive eine Aufstockung der Sicherheitskräfte für die Festspiele an. "Aber eine absolute Sicherheit vor Terror kann es nie geben", so Festspiel-Chefin Helga Rabl-Stadler.

Salzburg jedenfalls rüstet für seine Festspielgäste nach den vier Terror-Angriffen im Nachbarland Deutschland binnen einer Woche enorm auf: Ohne Karte oder Ausweis wird der Zutritt zu den drei Spielstätten (Felsenreitschule, Haus für Mozart, Großes Festspielhaus) rigoros verwehrt. "Erstmals unterliegen auch ausnahmslos alle Künstler dieser Regelung", sagt Festspiel-Präsidentin Rabl-Stadler.

Im Ernstfall würden Hubschrauber aufsteigen, die Einfahrten in die Altstadt durch Polizisten mit Maschinenpistolen abgeriegelt. Lange Wartezeiten müssen erstmals auch die Public-Viewing-Besucher hinter dem Dom einplanen - Alarmstufe Rot wurde auch für diesen Bereich ausgerufen. Anders als in Deutschland sei geplant, die Polizeibeamten mit Helmen in den Einsatz zu schicken - außerdem könnten Funkstreifen (abseits der Spezialeinheiten) mit Schutzwesten und Blendgranaten ausgerüstet werden. Rabl-Stadler resümiert: "Wir machen alles für den Schutz der Gäste, doch eine absolute Sicherheit kann es nie geben.

Kontrollen bei Festivals massiv in die Höhe gefahren
"Wir haben die Kontrollen schon seit Paris massiv in die Höhe gefahren", sagt Musikfestival-Manager Ewald Tatar. Das Sicherheitspersonal wurde aufgestockt, Rucksäcke werden durchsucht, sogar Wasserflaschen aus dem Verkehr gezogen: "Trotzdem hast du als Veranstalter nicht in der Hand, was passiert. Wir sind stark auf die Exekutive angewiesen. Fakt ist, wir sind alle sensibilisiert."

Auch Einkaufszentren rüsten beim Wachdienst auf
Österreichs Einkaufszentren (sie zählen ebenso zu den möglichen "weichen Zielen") reagierten in jüngster Zeit auf die auch in Österreich angespannte Sicherheitslage mit verstärkten Wachdienst-Patrouillen. Schwer bewaffnete Beamte mit Maschinenpistolen zwischen Einkaufenden werden derzeit freilich (noch) nicht so gerne gesehen. Bei konkreten Hinweisen steht die Polizei-Eliteeinheit Cobra und in der Bundeshauptstadt die Alarmabteilung WEGA jedoch Gewehr bei Fuß.

Beachvolleyball: Mehr Polizeischutz für Sportler und Fans
"Das Beach-Event in Klagenfurt ist eine friedliche Veranstaltung, dennoch gibt es angesichts der aktuellen Vorfälle rund um Österreich einen gesteigerten Sicherheitslevel", so Polizeisprecher Rainer Dionisio. Bereits im Vorfeld des Sportspektakels gibt es eine erhöhte Streifentätigkeit. Dionisio: "Es gibt aber keinerlei Hinweise, und wir sind im ständigen Kontakt mit dem Veranstalter, der auch seinen Teil zur Sicherheit der Sportler und Besucher beitragen muss."

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