Di, 12. Dezember 2017

"Treuekundgebungen"

25.07.2016 13:30

Erdogan-Anhänger greifen Kirchen an

Laut Angaben aus kirchlichen Kreisen sind bei "Treuekundgebungen" für den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan seit dem Putschversuch vom 15. Juli christliche Gotteshäuser in Mitleidenschaft gezogen worden. Die katholische Marienkirche in Trabzon an der Schwarzmeerküste sei gestürmt worden, berichtete Kathpress am Montag.

Der Vorfall ereignete sich den Angaben zufolge bereits am Donnerstagabend, wurde aber erst jetzt bekannt. Die Demonstranten hätten dabei "Allahu akbar" ("Gott ist groß") skandiert und neben der Flagge der Türkei auch Fahnen der nationalistischen Partei MHP geschwenkt. Auch Sympathisanten der rechtsextremen türkischen "Grauen Wölfe" sollen bei den Ausschreitungen zugegen gewesen sein.

Muslimische Anrainer verscheuchten Mob
Die mit Pflastersteinen und Hämmern bewaffnete Gruppe wurde Berichten zufolge von muslimischen Anrainern wieder verscheucht. Bei dem angegriffenen Gotteshaus handelt es sich um dieselbe Kirche, in der 2006 der Priester Andrea Santoro von einem nationalistischen Jugendlichen erschossen worden war. Später wurde bekannt, dass der Geistliche von der Polizei monatelang abgehört worden war. Bereits im Februar 2011 war die Kirche von einem Mob attackiert worden.

Evangelische Kirche in Malatya gestürmt
Auch eine evangelische Kirche in Malatya, wo 2007 drei Angestellte einer Bibeldruckerei gefoltert und ermordet worden waren, wurde offenbar nach dem Putsch verwüstet. Darüber gibt es allerdings noch keine näheren Angaben. Gerüchte über weitere christenfeindliche Ausschreitungen sind wegen der geltenden Nachrichtensperren derzeit schwer zu verifizieren, so Kathpress.

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