Di, 12. Dezember 2017

Angst um Job

23.07.2016 09:14

Kürzere Krankenstände, Burn-out-Gefahr steigt

Interessante Details spucken aktuelle Zahlen von Statistik Austria und dem Hauptverband der Sozialversicherungsträger rund um die Arbeitswelt in Österreich aus. Demnach hat sich die Dauer von Krankenständen in den vergangenen 50 Jahren praktisch halbiert. Das hängt aber in auch damit zusammen, dass viele Menschen Angst um ihren Job haben und daher rascher an den Arbeitsplatz zurückkehren. Daher steigt gleichzeitig die Gefahr eines Burn-outs.

Waren Erwerbstätige vor einem halben Jahrhundert im Durchschnitt noch 18,6 Tage im Krankenstand, fallen sie heuer nur noch zehn Tage aus. Das ist in unter anderem auch auf verbesserte Behandlungsmethoden zurückzuführen.

Was aber wohl in schwerer wiegt: Viele Menschen haben Angst um ihren Job und kehren rascher an den Arbeitsplatz zurück. In absoluten Zahlen (siehe Grafik unten) haben sich die Krankenstände insgesamt zwar verdoppelt - das ist aber auch darauf zurückzuführen, dass es viel mehr Erwerbstätige gibt als vor 50 Jahren.

Weniger tödliche Arbeitsunfälle
Auch die Zahl der tödlichen Unfälle geht rasant zurück, da gefährliche Arbeitsvorgänge - vor allem in der Industrie - heute von Robotern erledigt werden. Dafür steigt statistisch gesehen die Zahl an berufsbedingten Todesfällen wie etwa Vergiftungen oder Staubbelastungen.

Ständig erreichbar: Jeder Vierte kann nicht entspannen
Negativtrend: Bereits jeder Vierte ist auch im Urlaub für seinen Arbeitgeber erreichbar, was rasch zu einem Burn-out führen kann. Demnach können 25 Prozent der Österreicher laut jüngstem Arbeitsklimaindex in den Ferien nicht entspannen, weil sie dauernd erreichbar sind, E- Mails lesen oder mit Kunden telefonieren. Das könnte zu gesundheitlichen Schäden führen, warnt die Arbeiterkammer Oberösterreich. Wer im Urlaub ständig erreichbar sei, arbeite an seinem Burn-out, statt sich zu erholen und Kraft zu tanken.

20 Prozent der für den Arbeitsklima Index der Arbeiterkammer Oberösterreich Befragten geben an, dass sie auch im Urlaub an die Firma denken. Einer von sechs gab sogar an, schon einmal seinen Urlaub wegen der Arbeit unter- oder sogar abgebrochen zu haben.

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