Mi, 22. November 2017

Zu wenig Sicherheit?

20.07.2016 17:00

Nizza-Anschlag: Angehörige wollen den Staat klagen

Frankreich hat nach dem furchtbaren Anschlag von Nizza mit 84 Toten den Ausnahmezustand verlängert. Der Ärger in der Bevölkerung und unter den Angehörigen steigt. Zentrales Thema: Wurde in puncto Sicherheit am Nationalfeiertag genug getan? Ein Familienvater plant deshalb, den Staat zu klagen.

Kamel Sahraoui verlor seine zweijährige Tochter, seine Mutter und seinen Neffen, will daher den Staat und die Stadt Nizza wegen unzureichender Sicherheitsvorkehrungen klagen. "Wir gingen 200 Meter ohne einen einzigen Polizisten gesehen zu haben", schildert der Einheimische, ehe der Todes-Lkw seine Mutter mit den zwei Kleinen an der Hand erfasste.

Familienvater: "Nichts hält mich auf"
Er ärgere sich auch darüber, dass bei der Fußball-EM "die Fanzonen undurchdringlich waren, der Ausnahmezustand nicht bis zum 14. Juli aufrechtblieb". Die Sicherheit sei nicht gewährleistet worden, er werde mit den Angehörigen nun vor die Anklagebank ziehen. "Nichts hält mich auf, ich kämpfe bis zum Schluss."

Politik wird Versagen vorgeworfen
Bereits am Montag hatten bei einer Gedenkminute in Nizza die Menschen ihren Emotionen freien Lauf gelassen. Der Politik wurde Versagen vorgeworfen. Im Mittelpunkt stand Premierminister Manuel Valls, der ausgebuht und angefeindet wurde. Zu hören war: "Versager", "Mörder" oder "Wechselt den Job!" Warum die Politspitze an der Amokfahrt schuld sei? "Weil sie versagte, nichts getan hat, um dies zu verhindern", murrte ein Franzose gegenüber der "Krone". "Wir wissen doch alle, dass in unserer Region viele Muslime leben." Radikalisierung nicht ausgeschlossen.

Pietätlos: Franzose verkaufte Gegenstände der Opfer
Die Horrortat zieht auch schier kranke Folgeerscheinungen mit sich. Ein Nizzaer verkaufte nun über ein Onlineportal Gegenstände der Opfer, die er nach dem Anschlag gefunden hat. Ein Fall für die Staatsanwaltschaft!

Unterdessen sucht die Polizei weiterhin fieberhaft nach den Motiven des Attentäters Mohamed Lahouaiej Bouhlel. Details zum Privatleben des 31-jährigen Tunesiers haben die Ermittler vor allem im Bouhlels Handy gefunden. Es dokumentiert, dass der radilake Islamist bisexuell war, über Online-Partnerbörsen zahlreiche Männer und Frauen datete, Alkohol trank und Drogen nahm.

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