Di, 21. November 2017

Hofer zur „Krone“:

19.07.2016 16:59

FPÖ-Gespräch mit SPÖ „menschlich sehr gut“

Seinen Mitbewerber um die Hofburg, Alexander Van der Bellen, hat Norbert Hofer "schon länger nicht gesehen". Im Gegensatz zur SPÖ-Spitze. Mit Bundeskanzler Christian Kern und Klubchef Andreas Schieder hatten der FPÖ-Präsidentschaftskandidat und sein Parteichef Heinz-Christian Strache erst unlängst ein längeres vertrauliches Gespräch. Und das war "menschlich sehr gut", sagte Hofer am Dienstag gegenüber der "Krone".

Das von Burgenlands Landeshauptmann Hans Niessl eingefädelte Treffen zwischen den Spitzen von SPÖ und FPÖ vor zwölf Tagen hatte sich schwierig gestaltet. Man wollte keine Fotos, keine Beobachter. Bereits vereinbarte Orte für das rot-blaue Rendezvous zwischen Frauenkirchen und Pamhagen mussten auf der Flucht vor Reportern verworfen, das Treffen schließlich in das Bundeskanzleramt verlegt werden. Aber am Ende verlief es dann "auf menschlicher Ebene sehr gut", sagte Hofer zur "Krone".

"Das Gespräch war jedenfalls sehr freundlich und von Respekt geprägt", betonte der freiheitliche Spitzenpolitiker die harmonische Atmosphäre bei der bis zuletzt geheim gehaltenen Zusammenkunft mit der SPÖ-Spitze im Kanzleramt.

"Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene" gesucht
Beobachter berichten, dass vor allem der bisher als eher nicht sehr FPÖ-freundlich bekannte SPÖ-Klubchef Schieder um eine entspannte Stimmung bemüht gewesen sei. Man suche die "Zusammenarbeit auf sachlicher Ebene". Ob daraus nach den nächsten Nationalratswahlen noch mehr werden kann, "wird von der SPÖ abhängen", erklärte Hofer, der "zu einer Zusammenarbeit mit jeder gewählten Partei bereit ist". Kleiner Nachsatz des freiheitlichen Präsidentschaftskandidaten: "Nur mit den Grünen, da täten wir uns wohl ein wenig schwer."

Tatsächlich nimmt es Hofer dem grünen bzw. offiziell als unabhängig auftretenden Präsidentschaftskandidaten Van der Bellen "doch ein wenig krumm", dass er eine Angelobung von Strache oder Hofer verweigern würde. "Es ist schon seltsam, dass Herr Van der Bellen sagt, Wahlen in der Türkei seien zu respektieren, aber in Österreich gilt für ihn das Gegenteil", so Hofer.

"Tag der Wahrheit kommt - und zwar bald"
Trotz der guten Gespräche mit der SPÖ bleibt Hofer bei der Bewertung von Kanzler Kern vorsichtig. "Für eine erste Bilanz ist zu früh. Es wurden viele kluge Maßnahmen angekündigt, aber ich kenne noch keine", sagt Hofer. Und er fügt hinzu: "Aber der Tag der Wahrheit kommt - und zwar bald." Kritisch sieht Hofer vor allem Staatssekretärin Muna Duzdar. Voll des Lobes ist der FPÖ-Hofburganwärter hingegen für den Verteidigungsminister. "Doskozil macht seine Sache sehr gut", so Hofer.

Ärgerlich findet der FPÖ-Politiker vor allem Duzdars Vorschlag für die Aufnahme von mehr Migranten im öffentlichen Dienst. "Die Aufnahme in den Staatsdienst ist keine Frage, ob jemand Migrant ist, sondern ausschließlich der Qualifikation. Alles andere wäre eine Ungleichbehandlung."

Und nach den türkischen Demonstrationen meint Hofer: "Ich glaube, dass man die Augen verschließt, was noch kommen kann."

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