Mi, 18. Oktober 2017

In Russland verfolgt

18.07.2016 16:18

Rot-Weiß-Rot-Karte als „Waffe“ gegen Ex-Gouverneur

Was haben russische Behörden mit der Rot-Weiß-Rot-Karte zu tun? Offenbar wird die Familie des in Ungnade gefallenen und 2014 abgesetzten Gouverneurs der Region Nowosibirsk, Wassili Jurtschenko, im Zusammenhang wegen einer ausgebliebenen Meldung über den Besitz dieser Niederlassungsbewilligung in Österreich drangsaliert. Vor Kurzem wurde ein Strafverfahren gegen die Frau des Politikers eingeleitet.

Natalja Jurtschenko wird nach Angaben der Strafverfolger vorgeworfen, ihre Rot-Weiß-Rot-Karte nicht den russischen Migrationsbehörden gemeldet zu haben. Seit 2014 ist dies in Russland strafbar. Die Karte war schon vergangenen Februar bei einer Hausdurchsuchung in der Moskauer Wohnung der Familie beschlagnahmt worden, schrieb am Samstag die Moskauer Tageszeitung "Kommersant". Die Politikergattin fungiert laut österreichischem Firmenbuch als Co-Geschäftsführerin einer Handelsfirma in Klagenfurt.

Geldstrafe oder 400 Stunden Zwangsarbeit drohen
Natalja Jurtschenko droht für die mutmaßliche Nichtmeldung der Aufenthaltsbewilligung eine Geldstrafe von bis zu einem Jahresverdienst oder bis zu 400 Stunden Zwangsarbeit, hieß es weiter. Beobachter in Russland sehen das behördliche Vorgehen gegen Natalja Jurtschenko als gegen ihren Mann gerichtet.

Es lägen zwar wenige Informationen vor, erklärte Ilja Schumakow von der NGO Transparency International Russland der APA. Wohl sollten durch die Ermittlungen Natalja Jurtschenkos Möglichkeiten eingeschränkt werden, das Vermögen ihres Gatten zu verwalten. Gegen diesen und seinen Sohn laufen Strafverfahren unter anderem wegen Veruntreuung von öffentlichen Geldern während der Amtszeit Wassili Jurtschenkos als Gouverneur.

Natalja Jurtschenkos Aufenthaltsort unbekannt
In ihrer Klagenfurter Handelsfirma war sie für die APA nicht zu erreichen. Natalja Jurtschenko sei schon lange nicht mehr da gewesen, sagte eine Mitarbeiterin am Montag. Ihr Aufenthaltsort sei unbekannt.

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