Mo, 20. November 2017

ORF-Wahl

18.07.2016 15:36

Zechner bewirbt sich nicht als Generaldirektorin

ORF-Fernsehdirektorin Kathrin Zechner wird sich nicht um den Posten des ORF-Generaldirektors bewerben. Dies erklärte Zechner am Montag, nachdem in einzelnen Medienberichten zuletzt über eine mögliche Bewerbung der Fernsehdirektorin spekuliert worden war.

"Wie seit Langem kommuniziert werde ich mich nicht für die Funktion der Generaldirektorin bewerben. Ich bin Fernsehdirektorin mit jeder Faser meines Könnens - mit einem starken, vielseitigen Team an meiner Seite", so Zechner.

Als aussichtsreichste Bewerber für den Posten des ORF-Chefs gelten derzeit der von der SPÖ favorisierte amtierende General Alexander Wrabetz sowie der von der ÖVP unterstützte Finanzdirektor Richard Grasl, über mögliche weitere Kandidaten gibt es derzeit nur Spekulationen. Wrabetz hatte zuletzt erklärt, dass er Zechner gerne weiter als Direktorin im Team hätte. Das Match zwischen Wrabetz und Grasl um die ORF-Führung wollte die Fernsehchefin nicht kommentieren. "Botschaften von mir an den Stiftungsrat gibt es nicht - schon gar nicht über Medien", meinte Zechner.

Langer will nicht nach Salzburg
Eine weitere Absage gab es von TV-Magazine-Chefredakteurin Waltraud Langer: Sie will nicht Direktorin im ORF-Landesstudio Salzburg werden, wie Langer gegenüber "Salzburger Nachrichten" und "Kurier" erklärte. "Ja, es gab Gespräche für den Fall, dass der jetzige Landesdirektor nicht bleibt", sagte die ORF-Chefredakteurin, die als Nachfolgerin von Roland Brunhofer im Gespräch war, den "SN", doch nach "langem Nachdenken" habe sie entschieden, "dass ich mich nicht bewerben werde". Als Begründung gab Langer an, nicht nach Salzburg ziehen zu wollen. "Es gibt ein einfaches Management-Prinzip: Der Wirt muss im Wesentlichen im Gasthaus sein. Sonst wird das Gasthaus nicht gut funktionieren", so Langer. "So habe ich es in 15 Jahren als Führungskraft immer gehalten. Und genau dieses Prinzip hätte ich aus privaten Gründen in Salzburg unzureichend erfüllen können."

Mehr Kandidaten gewünscht
Die Wahl der ORF-Landesdirektoren erfolgt wie die Wahl der Bereichsdirektoren am 15. September. Davor wird in drei Wochen am 9. August ein neuer ORF-Generaldirektor durch den 35-köpfigen ORF-Stiftungsrat bestellt. Der zum ÖVP-"Freundeskreis" im obersten ORF-Gremium zählende steirische Stiftungsrat Klaus Poier plädierte dabei am Wochenende für eine größere Auswahl an Bewerbern. "Ich würde mir wünschen, dass noch mehr Kandidaten dazukommen. Es wäre schade, wenn sich um eine derart attraktive Stelle nur zwei Personen bewerben. Ich würde nicht ausschließen, dass sich insbesondere aus dem Ausland noch Wunderwuzzis bewerben", sagte Poier dem Nachrichtenmagazin "profil".

Als möglicher General-Kandidat wurde gleich der Österreicher Michael Grabner ins Spiel gebracht, der bei der deutschen Verlagsgruppe Holtzbrinck als Aufsichtsratspräsident fungiert. "Mir wurde schon zwei Mal die Frage nach der ORF-Führung gestellt. Aber für den - höchst unwahrscheinlichen - Fall, dass sich mehrheitsfähige Teile des Stiftungsrates einen unpolitischen Medienfachmann als CEO vorstellen können, komme sicher nicht nur ich infrage", erklärte Grabner dazu gegenüber dem Nachrichtenmagazin.

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