Do, 23. November 2017

Erdogan greift durch

18.07.2016 15:10

Nach Putschversuch: Fast 13.000 Beamte entlassen

Nach dem fehlgeschlagenen Putsch in der Türkei sind mittlerweile fast 13.000 Staatsbedienstete, darunter 8000 Polizisten, entlassen worden. Dies meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag unter Berufung auf das türkische Innenministerium. Zudem befinden sich derzeit rund 7500 verdächtige Personen in Haft, darunter etwas mehr als 6000 Soldaten.

In den 13.000 Suspendierungen enthalten sind auch 2745 Justizbeamte sowie fünf Mitglieder des Hohen Rates der Richter und Staatsanwaltschaft, sagte Ministerpräsident Binali Yildirim am Montag in Ankara. Die türkische Regierung hat nach dem gescheiterten Putsch vom Wochenende umgehend mit den angedrohten "Säuberungen" in Militär und Justiz begonnen. Insgesamt 6038 Soldaten, 100 Polizisten, 755 Richter und Staatsanwälte sowie 650 weitere Zivilisten wurden bisher festgenommen.

Schockbilder von gefolterten Rebellen
Seit der Niederschlagung des Putsches geht Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan massiv gegen angebliche Anhänger des Predigers Fethullah Gülen im Staatsdienst vor. Die Regierung macht den in den USA lebenden Prediger für den Umsturzversuch verantwortlich, er bestreitet das vehement.

Im Internet tauchen immer wieder Bilder von gefolderten Rebellen auf, die zusammengepfercht in Kasernen oder Turnsäälen fast unbekleidet auf dem Boden liegen. "Die Säuberung aller staatlichen Institutionen von diesem Geschwür wird weitergehen", sagte Erdogan. Er sprach von einem "Krebsgeschwür" im Staat, das es zu bekämpfen gelte. In diesem Zusammenhang erwog er auch die Wiedereinführung der Todesstrafe.

Unterdessen gab es am Montag Berichte über einen einen Soldaten aus den Reihen der Streitkräfte, der in der Nähe des zentralen Gerichtsgebäudes in Ankara das Feuer eröffnet haben soll. Der Mann sei festgenommen worden, hieß es aus Regierungskreisen. Opfer habe es nicht gegeben.

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