Sa, 18. November 2017

Gezielter Angriff?

18.07.2016 06:19

Schießerei auf US-Highway: Drei Polizisten tot

Zehn Tage nach der Ermordung von fünf Polizisten in Dallas sind in Baton Rouge, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Louisiana, drei Polizeibeamte erschossen und mindestens drei weitere verletzt worden. Einer von ihnen schwebte am Sonntagabend noch in Lebensgefahr. Der Schütze kam bei einem Feuergefecht mit der Polizei ums Leben. Die Behörden gehen inzwischen davon aus, dass es sich bei ihm um einen Einzeltäter handelte. Zunächst war nach zumindest zwei weiteren Mittätern gesucht worden.

Nach Angaben von Polizeichef Mike Edmonson war Sonntagfrüh, um 8.40 Uhr Ortszeit (15.40 Uhr MESZ), in einer örtlichen Polizeizentrale ein Anruf eingegangen, nach dem ein schwarz gekleideter maskierter Mann eine Straße entlanggehe. Zwei Minuten später seien Schüsse gefallen, die Polizisten kurz danach zu Boden gegangen. Um 8.48 Uhr sei der Schütze selber erschossen worden. Demnach erstreckte sich der Vorfall nur über acht Minuten.

Polizisten gezielt in einen Hinterhalt gelockt?
Der Sender CNN hatte kurz nach der Schießerei berichtet, die Polizei sei wegen einer "verdächtigen Person" gerufen worden, die auf dem Airline Highway mit einem Sturmgewehr unterwegs gewesen sei. Als die Beamten eingetroffen seien, habe der Mann das Feuer eröffnet.

US-Medien identifizierten den Täter als einen Mann aus Kansas City, der genau am Tag der Schüsse seinen 29. Geburtstag hatte.

Die Lage in Baton Rouge ist seit Tagen besonders angespannt: Dort hatten am 5. Juli zwei Polizisten den 37-jährigen Afroamerikaner Alton Sterling auf einem Parkplatz zu Boden gezwungen und ihn aus nächster Nähe erschossen. Dieser und ein weiterer Fall tödlicher Polizeischüsse auf einen Afroamerikaner in Minnesota hatten in vielen Städten der USA Proteste gegen Polizeigewalt ausgelöst. Vor zehn Tagen kam es dann zu einer Eskalation: Am Rande einer Demonstration in Dallas (US-Bundesstaat Texas) wurden fünf Polizisten gezielt getötet.

Obama verurteilt den "feigen" Angriff
US-Präsident Barack Obama rief die Amerikaner erneut zur Einigkeit auf. "Das ist schon zu oft geschehen", sagte er am Sonntag im Weißen Haus. Das Motiv der Tat sei zwar noch nicht klar, "aber wir als Nation müssen klar und deutlich sagen, dass nichts Gewalt gegen die Polizei rechtfertigt". Schon zuvor hatte er die Schüsse auf Polizisten als "feigen" Anschlag verurteilt.

Der Gouverneur von Louisiana, John Edwards, sprach auf Twitter von einer "verabscheuungswürdigen Attacke gegen uns alle". Der voraussichtliche Präsidentschaftskandidat der Republikaner, Donald Trump, forderte - ebenfalls via Twitter - "Gesetz und Ordnung".

Die Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, verurteilte die tödlichen Schüsse auf Polizisten in Baton Rouge als "Angriff auf uns alle". Es gebe keine Rechtfertigung für Gewalt und Hass gegen die Männer und Frauen, die jeden Tag ihr Leben im Dienst an der Gemeinschaft riskierten, hieß es am Sonntagabend in einer schriftlichen Erklärung.

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