Mi, 18. Oktober 2017

Stimmung im Stadion

17.07.2016 08:15

Rumpelstilzchen Conte: „So ist’s in England immer“

Gefühlt spulte der gute Mann in der Coaching-Zone mehr Kilometer ab als so mancher Innenverteidiger am Spielfeld: Schlicht unglaublich, wie viel - körperliche und stimmliche - Energie Neo-Chelsea-Coach Antonio Conte in das (bedeutungslose?) Testspiel gegen Rapid investierte. Einen Eindruck davon vermittelte das Video oben. Von der Atmosphäre im neuen Allianz Stadion zeigte sich Conte auch beeindruckt. Aber ganz so dann doch wieder nicht.

Nur schwer vorstellbar, dass der besonnene, eher bedächtig sprechende Mann am Podium bei der Pressekonferenz der gleiche sein sollte, der noch 30 Minuten zuvor auf dem Spielfeld hergezappelt war und herumgebrüllt hatte, als ginge es um Leben oder Tod. Während des Spiels war Conte derart aufgebracht (siehe Video oben), dass er seine Spieler mit Sonder-Anweisungen manchmal sogar zu irritieren schien. Immer wieder warfen die Chelsea-Stars fragende Blicke in Richtung ihres hyperaktiven Coaches. Dieser versuchte sich mit Händen, Füßen und vor allem extremem Dauer-Druck auf die Stimmbänder zu erklären.

Hier sehen Sie das erste Tor Rapids im neuen Allianz Stadion:

Brüchiges Englisch
Contes Englisch dürfte dabei nicht besonders geschliffen dahergekommen sein. Diesen Eindruck vermittelte zumindest seine Performance auf der anschließenden Pressekonferenz. Contes Antworten fielen stets sehr lang aus, jeweils mehrere Minuten, mit "native english" hatten seine Erläuterungen aber wenig zu tun. Wozu er auch offen stand. "Ich weiß, dass mein Englisch noch nicht gut ist."

Stimmung wie jede Woche
In mäßigem Englisch versuchte Conte auch, dem SK Rapid zum neuen Stadion zu gratulieren. "Ich freue mich, dass wir das Stadion eröffnen durften. Es ist schön hier." Wie ihm die Stimmung gefallen habe, wollte ein spitzfindiger österreichischer Journalist wissen. "Gut", sagte Conte, "sie war okay. Aber das werde ich in England jetzt jede Woche haben."

Hier sehen Sie, wie im Stadion erstmals die Rapid-Hymne angestimmt wurde:

Kante im Mittelpunkt
Die englischen Journalisten im neuen, modernen Medienzentrum des Allianz Stadions war die neue Arena offenbar ziemlich egal. Selbst dass es gegen Rapid ein 0:2 setzte, vermochte sie nicht weiter aufzuregen. Die Herren von der britischen Presse löcherten Signor Conte fast ausschließlich mit Fragen zu Chelsea-Neuzugang Kante. Die "Blues" hatten den Transfer des nunmehrigen Ex-Meisterkickers von Fuchs-Klub Leicester am Samstag bekannt gegeben. Im Allianz Stadion war er freilich noch nicht mit von der Partie, in Contes Kopf aber sehr wohl schon präsent. "Er wird die Qualität bestimmt heben, ich freue mich auf ihn. Und ich freue mich, mitzuhelfen, ihn besser zu machen."

Viel mehr war Conte zu diesem Thema nicht zu entlocken. Übrigens auch nicht zum Thema Juventus Turin, wonach ihn eine italienische Journalistin gefragt hatte. Conte war bei Juve bis 2014 Cheftrainer, trennte sich von der "Alten Dame" aber eher unrühmlich. "Darüber kann ich jetzt nicht sprechen. Ich freue mich, bei Chelsea zu sein", sagte er. Und verschwand wieder in den Katakomben des Allianz Stadions.

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