Do, 23. November 2017

Freunderlwirtschaft

14.07.2016 11:10

Hyperloop-One-Mitgründer verklagt Unternehmen

Die Entwickler des futuristischen Verkehrsmittels Hyperloop versprechen Reisen in einer rasenden Kapsel mit einer Geschwindigkeit an der Schallgrenze - doch momentan machen sie mit einem heftigen Streit um Liebesbeziehungen und Geld Schlagzeilen. Einer der Mitgründer, Brogan Bambrogan, verklagt das Unternehmen und seinen ehemaligen Kompagnon Shervin Pishevar. Er wirft ihm Vetternwirtschaft vor.

Bambrogan und Pishevar hatten Hyperloop Technologies, heute Hyperloop One, im Jahr 2014 gegründet. Das Unternehmen soll eine Vision von Tesla-Gründer Elon Musk in die Tat umsetzen: Elektrisch angetriebene Kapseln sollen mit bis zu 1220 Stundenkilometern durch eine Röhre mit niedrigem Luftdruck sausen. Einen ersten Praxistest, allerdings nur von Komponenten, absolvierte das System erfolgreich Mitte Mai.

Vorwurf der Freunderlwirtschaft
Im Juni verließ Bambrogan dann überraschend das Unternehmen. Zusammen mit drei entlassenen Managern zieht er nun vor Gericht. Er wirft Pishevar vor, das Gehalt seiner Verlobten, einer ehemaligen Pressesprecherin, verdreifacht zu haben. Seinen kleinen Bruder Afshin habe Pishevar zum Chef der Rechtsabteilung gemacht und ihm einen Lohn und Aktienoptionen gezahlt, "die nicht einmal der talentierteste Ingenieur bekam", wie es in der am Dienstag bekannt gewordenen Klageschrift heißt.

Mit Henkersschlinge gedroht
"Es ist deutlich geworden, dass diejenigen, die das Unternehmen kontrollieren, die Arbeit dafür nutzten, das eigene Image aufzupolieren, ihr Liebesleben aufzupeppen, und sich die Taschen zu füllen", heißt es in der Klageschrift weiter. Er selber sei bedroht worden, gab Bambrogan zu Protokoll - Afshin Pishevar habe auf seinem Schreibtisch eine Henkersschlinge deponiert. Er habe aus Sorge um seine Sicherheit gekündigt.

"Unglücklicher Putschversuch"
Hyperloop-Anwalt Orin Snyder nannte die Vorwürfe den "unglücklichen Versuch" eines Putsches. Er kündigte eine schnelle Klageerwiderung an. Die Vorwürfe von Bambrogan & Co. hätten "keinerlei Auswirkungen" auf das Ziel des Unternehmens, der Welt den Hyperloop zu präsentieren.

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