Mi, 21. Februar 2018

Messchaos

13.07.2016 16:32

HCB-Werte plötzlich viel niedriger

Drei Analysen, drei unterschiedliche Ergebnisse: Im Öko-Drama um das Umweltgift Hexachlorbenzol haben Gutachter jetzt viel niedrigere Belastungen gemessen als angenommen. In Auftrag gegeben hatte die Analyse der mutmaßliche Mitverursacher, der nach dem Land und dem Kläger-Anwalt ebenfalls messen ließ.

Bei der Schadensfeststellung gehen die HCB-Messergebnisse weit auseinander. Der "Krone" liegen jetzt neue Daten vor, die eine viel niedrigere Belastung ausweisen als Analysen des Landes und jene, die Opferanwalt Wolfgang List in Auftrag gegeben hat.

Zum Vergleich: Bei Wiesen-Proben lagen die HCB-Werte von List, die vor kurzem als Beweis für eine Millionenklage gezogen worden sind, äußerst hoch zwischen 1,6 und 28, 6 Mikrogramm (µg) pro Kilo.

Die Wiesen in derselben Region hat auch das Land beprobt und ist 2015 auf viel niedrigere Werte gestoßen: 0,5 bis 3,8 µg. Noch niedriger sind jene Werte, die jetzt "w&p" messen hat lassen. Sie liegen bei nur 0,5 bis 1,74 µg. "Bei der Größenordnung liegen die Ergebnisse meilenweit auseinander", sagt "w&p"-Betriebsleiter Bernd Schaflechner. Geht es nach den eigenen Gutachten, sei die Belastung im Tal auch viel niedriger als in anderen Regionen Österreichs und Deutschlands, heißt es. "Unsere Ergebnisse wurden vom Umweltbundesamt überprüft - das Tal ist sauber", meint "w&p"-Direktor Wolfgang Mayr-Knoch. Nicht nur auf Wiesen und Weiden, auch in Wäldern sei plötzlich weniger HCB als angenommen.

Der Grund für den mysteriösen Rückgang ist wohl bei der Messmethode zu suchen. Dass der Kläger-Anwalt sehr hohe Belastungswerte vorlegt, der mutmaßliche Mitverursacher niedrige, dürfte wohl Zufall sein.

Im Gegensatz zur Kläger-Seite sehen die "w&p"-Gutachter auch bei Immobilien-Preisen keine Wertverluste. Mit Spannung werden jetzt die Belastungswerte erwartet, die der Gerichtsgutachter vorlegen wird

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