Di, 17. Oktober 2017

Sicher im Bunker

14.07.2016 05:55

Hier taucht die Regierung im Krisenfall unter

Zehn Meter dicker Stahlbeton an der Basis, rund drei Meter an der dünnsten Stelle: Im Flakturm in der Wiener Stiftskaserne kann die Bundesregierung untertauchen, falls in der Politik alles schiefläuft. Denn hier sind die Minister geschützt vor Krieg und Zerstörung. Von Luxus keine Spur im Objekt 6 - wie das Kanzlerzimmer beweist.

Schon das Reinkommen in den Flakturm wird für die Politiker schwierig und für Normalbürger unmöglich: Durch die Sicherheitsschleuse mit vier Toren darf nur, wer den Code kennt und die dazu passenden Fingerabdrücke besitzt. Oder eben auf der Gästeliste steht. "Aber die ist geheim", erklärt Brigadier Reinhard Ruckenstuhl. Wer sicher hinein darf, würde ein Krieg am heutigen Tage ausbrechen, sind der Bundeskanzler, der Vizekanzler, alle Minister und auch Mitglieder der Wiener Stadtregierung, wobei nur der Platz für Bürgermeister Michael Häupl wirklich fix ist.

Drinnen gibt es alles Notwendige, nur kein Tageslicht: Klimaanlage, einen Sitzungssaal für die Regierung, ein ORF-Studio, um aus dem sicheren Bunker zu den Menschen draußen im Unsicheren zu sprechen. Zudem ist das Gebäude gassicher, wie es in der Militärsprache heißt.

Auf Luxus müssen die Politiker verzichten. Ebene zwei und drei: Hier befinden sich die Regenerationsräume. Und auch das "Schlafgemach" von Bundeskanzler Christian Kern. Ein Bett, ein Sessel, ein Kasten. Aus. Wie im Gefängnis. Klo am Gang.

Die anderen Zimmer sind etwas "kuscheliger" - mit Stockbetten.

Jede Woche bis zu 500.000 Cyber-Angriffe
Das erste Regierungsmitglied, das am Montag in den Bunker durfte, war Verteidigungsminister Hans-Peter Doskozil. In diesem Fall nur zur Besichtigung. Dabei wurde ihm auch das Führungsunterstützungszentrum gezeigt, in dem Cyber-Soldaten 500.000 Angriffe pro Woche (Spam, Hacker etc.) abwehren müssen. "Die Herausforderungen heute sind anders als vor 30 Jahren", sagt Doskozil.

Lob für den Minister gibt es vom Wiener Bürgermeister. "Dass etwa die Militärpolizei die Botschaften überwachen wird, halte ich für sehr gut. Damit stehen wieder mehr Polizisten für den Polizeidienst zur Verfügung", so Häupl.

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