Fr, 24. November 2017

„Krone“ an Bord

13.07.2016 17:11

Reportage: Abfangjagd mit der „Tiger“-Staffel

Sie sind teils doppelt so alt wie die Piloten, die sie fliegen: Die Saab 105OE, Rückgrat der österreichischen Luftüberwachung, brauchen einen Nachfolger. Die "Krone" war mit den Kampfjets in der Luft.

Die Hitze flimmert über dem Rollfeld von Linz-Hörsching, süßlicher Kerosingeruch liegt in der Luft. In der grellen Sonne blendet die Aluminium-Haut von fünf startbereiten Maschinen der "Tiger"-Staffel: Vollgetankt, vorgecheckt und mit scharfer Munition beladen, warten die Saab 105OE mit offenem Kabinendach vor den gewaltigen Hangars des Fliegerhorstes Vogler. Denn die Staffel ist im Einsatz.

Video: Abfangflug mit der "Tiger"-Staffel

Gemeinsam mit den Eurofightern aus Zeltweg überwachen die knapp 50 Jahre alten Maschinen den österreichischen Luftraum. Rund 60-mal im Jahr wird ein Alarmstart ausgelöst, erst vergangene Woche musste ein israelisches Linienflugzeug eskortiert werden.

"Krone" mit an Bord
Heute jedoch wird geübt. Ein unbekanntes Flugzeug ist in den Luftraum eingedrungen und verweigert den Funkkontakt. Die "Krone" ist mit an Bord, als der Alarm ausgelöst wird und sich die Jets mit donnerndem Getöse in die Luft erheben. Kurz nach dem Start zeigt der Höhenmesser bereits 18.000 Fuß - rund 6000 Meter. Oberst Promberger startet das Abfangmanöver, ständige Funksprüche führen die Jäger zum Ziel. Dann der erste Sichtkontakt: Zwischen den Wolken taucht der unbekannte Flieger auf, wird von zwei Saabs in die Zange genommen. Ein kurzes Wackeln mit den Flügeln, das fremde Flugzeug bestätigt - und lässt sich bereitwillig zum Flughafen eskortieren.

Doch die Zeit der "105er" läuft ab. Die Bordtechnik ist aus den 60er-Jahren, Ersatzteile sind schwer zu bekommen. Ein Nachfolger muss her, sonst sei der Luftraum nicht mehr zu sichern. "Die Schweiz stellt ihre Luftraumüberwachung wieder auf einen 24/7-Betrieb um", erklärt Kommandant Oberst Franz Six. "Das sollte nicht unbeachtet bleiben."

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