Mo, 19. Februar 2018

Tankuhr auf Null

16.07.2016 22:37

Schadet es, wenn man den Tank leer fährt?

Gefährliche Ebbe im Tank: Wer ständig mit dem allerletzten Tropfen Sprit zur Tankstelle fährt, läuft Gefahr liegen zu bleiben. Das ist nicht nur unangenehm, sondern kann unter Umständen zu teuren Schäden an der Kraftstoffanlage führen, warnt Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigen-Organisation KÜS:

Startet man den Motor, sobald man wieder Sprit nachgefüllt hat, kann es einige Zeit und mehrere Versuche benötigen, bis er anspringt, da sich das Kraftstoffsystem zunächst selbst entlüften muss. Darunter leiden dann vor allem die Einspritz- und Kraftstoffpumpen von Dieselmotoren, die nicht mehr vom Sprit gekühlt und geschmiert werden. Die Lebensdauer sinkt durch das Trockenlaufen deutlich, im Extremfall ist auch noch vor Ort ein Komplettausfall möglich. Und das wird teuer: Ersatz kostet schnell einen vierstelligen Betrag. Unabhängig davon, ob es sich um einen Benzin- oder Dieselmotor handelt, können am Boden des Tanks abgelagerte Schwebeteilchen im Sprit in den Motor gelangen, wenn man den Wagen ganz leer fährt.

Einige neuere Modelle haben eine Art "Trockenlauf-Schutz", hier lässt sich der Wagen gar nicht komplett leer fahren, um Schäden zu vermeiden - dann steht aber natürlich auch nicht der komplette Tankinhalt für die Fahrt zur Verfügung. Vergleichsweise unkritisch ist das Leerfahren bei alten Dieseln aus den 80er-Jahren, die über eine mechanische Einspritzung verfügten. Bei diesen Motoren gibt es eine manuelle Entlüftung über eine Handförderpumpe im Motorraum, die meist eine kurze Leckage verursacht und so schon mal zu einer unsauberen Angelegenheit werden kann.

Am besten fährt aber in jedem Fall, wer rechtzeitig nachtankt. Dann vermeidet man auch, dass die Exekutive die Hand aufhält. Das kann passieren, wenn man auf der Autobahn mit leerem Tank liegen bleibt. Also besser frühzeitig tanken, als sich diesen Risiken auszusetzen.

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