Sa, 16. Dezember 2017

Flüchtlingsandrang

12.07.2016 06:36

Studie: Europäer fürchten erhöhtes Terrorrisiko

Eine Mehrheit der Europäer fürchtet einer Studie zufolge, dass durch den Flüchtlingsandrang die Gefahr von Terrorattentaten steigt. Zugleich äußerten viele Befragte die Angst, dass die Neuankömmlinge ihnen "Jobs und Sozialleistungen wegnehmen" könnten, wie aus einer Untersuchung des Pew Research Center hervorgeht. Besonders stark sind diese Ansichten in Ungarn und Polen verbreitet.

Das Pew Research Center befragte für die Untersuchung 11.494 Menschen zwischen Anfang April und Mitte Mai. Die Studie wurde in Deutschland, Frankreich, Italien, Griechenland, Großbritannien, den Niederlanden, Polen, Schweden, Spanien und Ungarn durchgeführt.

Terrorangst in Polen und Ungarn am größten
In acht von zehn EU-Ländern, die insgesamt 80 Prozent der europäischen Bevölkerung repräsentieren, erklärten mehr als die Hälfte der Befragten, dass die Ankunft der Flüchtlinge die Wahrscheinlichkeit einer "terroristischen Gefahr" in ihrem Land erhöhe. Besonders groß ist die Sorge in Ungarn (76 Prozent) und Polen (71 Prozent), wo die Regierungen äußerst restriktiv bei der Aufnahme von Flüchtlingen sind.

Bei den Deutschen äußerten 61 Prozent diese Sorge. In Frankreich, das im vergangenen Jahr von zwei verheerenden islamistischen Anschlägen getroffen worden war, glaubt dagegen die Hälfte (51 Prozent) nicht an eine erhöhte Terrorgefahr aufgrund der ankommenden Flüchtlinge.

Insgesamt gebe es in den Köpfen der Europäer eine "sehr klare Verbindung zwischen der Flüchtlingskrise und der Terrorgefahr", so das Pew Research Center in seiner am Dienstag veröffentlichten Studie. So stünden die stark angestiegenen Flüchtlingszahlen auch im Mittelpunkt der Anti-Einwanderungs-Rhetorik rechtsgerichteter Parteien.

Angst um Jobs und Sozialleistungen
Der Studie zufolge empfindet in sieben von zehn Ländern eine Mehrheit die Flüchtlinge auch als "Last", da sie "unsere Jobs und Sozialleistungen wegnehmen". 82 Prozent der Befragten äußerten diese Ansicht in Ungarn, 75 Prozent in Polen und 72 Prozent in Griechenland.

In Deutschland und Schweden dagegen, wo im vergangenen Jahr besonders viele Flüchtlinge aufgenommen wurden, herrscht diese Meinung nicht vor. So fürchten 59 Prozent der Befragten in Deutschland aufgrund des Flüchtlingsandrangs nicht um ihre Arbeitsplätze. Vielmehr erklärte in Deutschland und Schweden die Mehrheit, die Neuankömmlinge würden ihre Nationen kraft ihrer Arbeit und Talente stärker machen.

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden