Mo, 11. Dezember 2017

Enttäuschende Ernte

11.07.2016 20:48

Honig-Krise im Flachgau

Schuld sind die jüngsten Wetter-Kapriolen: Starkregen und vereinzelt auch Hagel haben heuer besonders den Imkern im Flachgau zugesetzt: Die Honig-Ernte ist dort nur enttäuschend ausgefallen.

Der Grüne Landwirtschaftssprecher, LAbg. Rupert Fuchs, selbst seit vielen Jahren leidenschaftlicher Imker, schlägt in der "Krone" Alarm: Denn jetzt droht das große "Imker-Sterben"! Freilich nicht im wortwörtlichen Sinn, aber Fuchs befürchtet, dass der Missmut im Flachgau dazu führen wird, dass viele Imker das Handtuch werfen. Und das hätte langfristig katastrophale Folgen für den Bienen-Bestand in Salzburg. Aber: "Wer will es ihnen verübeln?", meint Fuchs. "Wenn die Früchte für die harte Arbeit ausbleiben, werden sicher bald viele Imker das Handtuch werfen." Der Flachgau sei heuer sicher der große Verlierer in der Honig-Ernte gewesen, im Pinzgau, Pongau, Lungau und Tennengau seien die Resultate laut Fuchs "durchwachsen": "Der eine jammert nicht, weil sein Wetterbereich gesegnet war, bei dem anderen wiederum war ausgerechnet in der Blütenzeit das Wetter mies."

Flachgau besonders auf Blütenhonig angewiesen
Erschwerend kommt hinzu: Im Flachgau gibt es nur wenig Wald, so dass die Imker dort hauptsächlich auf den Blütenhonig angewiesen sind. Ihnen machen aber dann die Landwirte einen Strich durch die Rechnung: "Sobald ein paar Tage Sonnenschein ist, nutzt das der Bauer natürlich, um seine Felder zu mähen, weil er ja auch seine Ernte einbringen muss", erklärt Fuchs. Für den Honig ist es aber besser, wenn die Blüten nicht vorzeitig gemäht werden. "Landwirte, die dann fünf bis sechs Mal im Jahr mähen, die tun den Imkern schon sehr weh." Dabei ist die Situation nicht nur von Gau zu Gau unterschiedlich, wie Imkerobmann Michael Maurer aus St. Johann im Pongau der "Krone" zu berichten weiß: "Bei der Waldtracht ist es heuer gebietsweise extrem unterschiedlich, so dass jede Gemeinde momentan etwas anderes berichtet." Bedingt durch die Witterung sei heuer außerdem die Blütentracht ausgefallen, was die Situation zusätzlich verschärft hat. Kaum einen Einfluss auf die Bienenbestände im Salzburger Land hat hingegen das Thema Pflanzengift. "Die werden bei uns sowieso kaum eingesetzt", weiß LAbg. Fuchs zu berichten. Grund dafür ist der große Bio-Bauern-Anteil.

Hobby-Imkerei in der Stadt als Trend beliebt
Viel Hoffnung setzt er jetzt auf den Imkerei-Nachwuchs. In urbanen Gebieten erfreut sich die Hobby-Imkerei ungebrochen großer Beliebtheit. Der Bio-Imker "Bienenlieb" bietet hier regelmäßig Schulungen an, die auch gut besucht werden - mit steigender Tendenz.

Jeder mit Garten kann den Bienen helfen
Die Imker unterstützen kann übrigens jeder, der einen eigenen Garten hat, erklärt Bienen-Experte Fuchs, dessen Vater schon Imker war: "Wichtig ist vor allem die Auswahl der Pflanzen im Garten. In der Gärtnerei gibt es sogar spezielle Bienenblüter-Pflanzen." Grundsätzlich helfe alles was blüht, schlecht sind Thujen.

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