Fr, 15. Dezember 2017

4000 Soldaten mehr

10.07.2016 11:08

Säbelrasseln gegen Putin: NATO rüstet im Osten auf

Die NATO rüstet ihre Ostflanke auf - und stärkt damit auch den Russland-Gegnern in Osteuropa den Rücken. Auf dem Gipfel in Warschau war am Samstag und Sonntag beschlossen worden, jeweils ein Bataillon mit etwa 1000 Soldaten in Polen, Lettland, Litauen und Estland zu stationieren. Russlands direkte Nachbarn fühlen sich seit Ausbruch der Ukraine-Krise von Kremlchef Wladimir Putin bedroht.

Gleichzeitig wurde in Warschau auch ein Paket verabschiedet, durch das die ukrainischen Streitkräfte "leistungsfähiger" werden sollen. Beim Gipfel war auch der ukrainische Präsident Petro Poroschenko anwesend. Die Teilnehmer bekräftigten, dass die NATO "die illegale und unrechtmäßige Annexion der Krim" durch Russland nicht anerkennen werde, und warfen Moskau "die anhaltende Destabilisierung der Ostukraine" vor.

Die NATO unterstützt die Ukraine schon seit zwei Jahren bei der Modernisierung ihrer Streitkräfte. Jetzt erhalten auch Russlands direkte Nachbarn Schützenhilfe. Das Bündnis reagierte damit auf die Befürchtungen seiner osteuropäischen Mitglieder, die seit der Annexion der Krim ihre eigene Sicherheit bedroht sehen.

POLEN: Die USA werden das dortige Bataillon anführen und rund 1000 Soldaten schicken. Zudem will das Pentagon Anfang des kommenden Jahres eine Panzerbrigade nach Osteuropa schicken, das Hauptquartier soll ebenfalls in Polen sein. Weitere 150 Soldaten will Großbritannien in das Land entsenden. Auch Rumänien soll sich polnischen Angaben zufolge bereit erklärt haben, Streitkräfte zu schicken.

Video: Hier probt die NATO mit 31.000 Soldaten den Ernstfall

LITAUEN: Deutschland wird nach litauischen Angaben etwa 500 Soldaten in den Baltenstaat entsenden. Die deutsche Bundeswehr wird den neuen Truppenverband anführen. Auch die Benelux-Staaten, Norwegen und Frankreich sollen bereit sein, Truppen in das Land zu verlegen.

ESTLAND: Etwa 500 britische Soldaten sollen hier stationiert werden. Außerdem will Frankreich eine jährlich den Standort wechselnde Kompanie zu den NATO-Bataillonen beisteuern, ab 2017 zunächst in Estland, dann in Litauen.

LETTLAND: Kanada übernimmt hier die Führung der rund 1000 NATO-Streitkräfte. Deren personelle Ausgestaltung ist noch nicht klar. Lettland hat knapp zwei Millionen Einwohner und 5000 Soldaten.

RUMÄNIEN: Die NATO will auch im Schwarzmeerraum verstärkt Flagge zeigen und Soldaten für eine von Rumänien geführte Brigade zur Verfügung stellen. Bulgarien will 400 Mann entsenden.

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