Do, 14. Dezember 2017

Aufsicht dagegen

08.07.2016 20:51

Bank Austria: Scheitert Ostgeschäfte-Abspaltung?

Die geplante Abspaltung des Osteuropageschäftes der Bank Austria direkt unter das Dach der italienischen Konzernmutter UniCredit könnte offenbar noch scheitern. Die Bankenaufsicht will dem vorliegenden Vorschlag nicht zustimmen, berichtete die "Wiener Zeitung" am Freitag vorab.

Aus Bankenkreisen sei zu hören, dass die auf eine "Österreich-Bank" reduzierte Bank Austria in dieser Form kein "nachhaltiges Geschäftsmodell" vorweisen könne, schrieb die Zeitung. Außerdem würde die Bank Austria wegen des Kapitalabflusses zur italienischen Mutter UniCredit die erforderlichen Kapitalvorschriften nicht erfüllen. In der für die 126 größten Banken zuständigen Aufsichtsbehörde in der Europäischen Zentralbank würden deshalb schon die Alarmglocken läuten, denn die Unicredit - in Europa die Nummer 15 - habe selbst erhebliche Kapitalprobleme.

Plan zur Restrukturierung wird wohl abgelehnt
Dazu kämen noch die generellen und erheblichen Schwächen des italienischen Bankensystems, die mittlerweile europaweit bedrohliche Ausmaße annehmen. Für die Bankenaufsicht Grund genug, besonders kritisch hinzuschauen. Als fix kann laut dem Zeitungsbericht derzeit angenommen werden, dass der vorliegende Plan zur Restrukturierung der Bank Austria so nicht bewilligt wird - was den Hauptversammlungsbeschluss am 1. August hinfällig machen würde.

Wird Bank Austria komplett verkauft?
Möglicherweise werde der neue UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier den Restrukturierungsplan für die Bank Austria verwerfen und das lukrative Osteuropa-Geschäft verbleibt in der Wiener Bank, heißt es im Zeitungsbericht weiter. Investmentbanker würde es auch für möglich halten, dass Mustier in großem Stil Banken-Beteiligungen verkauft. Denkbar - aber nicht wahrscheinlich - wäre es, dass die Bank Austria komplett zum Verkauf gestellt werde.

Ein Verkauf der Bank Austria würde allerdings auch die heimische Politik ins Spiel bringen. "Es kann einer Regierung nicht egal sein, wem die größte Bank des Landes gehört", ist laut dem Bericht aus Regierungskreisen in Wien zu hören.

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