Di, 17. Oktober 2017

Gemeingefährdung

07.07.2016 15:17

Schüler über Gleise gelotst: Begleiter geständig

Im Fall von fahrlässiger Gemeingefährdung einer Gruppe von Volksschülern in Niederösterreich sind bis Donnerstagnachmittag vier Lehrerinnen und eine Begleitperson befragt worden. "Alle waren geständig", teilte Polizeisprecherin Manuela Weinkirn mit. Die Einvernahmen von sechs weiteren Begleitpersonen stünden noch aus. Alle Beteiligten erwarten Anzeigen.

Den Erhebungen zufolge waren am 28. Juni insgesamt 83 Kinder der ersten bis vierten Schulstufe (je eine Klasse) einer Wiener Volksschule auf dem Bahnhof in Leobendorf (Bezirk Korneuburg) bei geschlossenen Schranken über die Gleise gelotst worden, um einen Zug zu erreichen. Laut Zeugenaussagen passierte nur wenige Sekunden später ein Regionalzug den Bahnhof, ohne anzuhalten.

Lehrerinnen wollten Zug erreichen
Weinkirn zufolge gaben die vier Lehrerinnen und die befragte Begleitperson den Vorfall so zu. Man sei spät dran gewesen und habe mit den Sechs- bis Zehnjährigen noch den Zug nach Wien erreichen wollen - was auch gelang.

Nach Abschluss der Erhebungen werde Anzeige an die Staatsanwaltschaft Korneuburg erstattet, sagte die Polizeisprecherin am Donnerstagnachmittag. Es gehe um den Verdacht der fahrlässigen Gemeingefährdung.

Prüfverfahren durch Volksanwaltschaft
In die Causa hat sich inzwischen auch die Volksanwaltschaft eingeschaltet. Es werde ein amtswegiges Prüfverfahren eingeleitet, teilte Volksanwalt Peter Fichtenbauer am Donnerstag mit. "Das Lehr-und Begleitpersonal hat für die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler zu sorgen, hier dürfte das Gegenteil der Fall gewesen sein."

Lehrkräfte hätten nicht nur Wissen zu vermitteln. Sie sollten zudem Vorbilder für Kinder sein und korrekte Handlungsweisen vorleben, betonte Fichtenbauer. "Das richtige Verhalten im Straßenverkehr ist schon in der Volksschule ein wichtiger Bestandteil des Unterrichts, der durch solch unüberlegte Aktionen konterkariert wird."

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