So, 19. November 2017

„Untragbar!“

05.07.2016 19:42

Lange Staus nach Grenzkontrollen in Nickelsdorf

Im Burgenland hat sich am Dienstag aufgrund der Grenzkontrollen die Lage auf der Ostautobahn (A4) verschärft: Zusätzlich zum kilometerlangen Stau wegen der Kontrollen bei der Einreise nach Österreich kam der Verkehr auch in Fahrtrichtung Ungarn schließlich völlig ins Stocken, berichteten die Autofahrerklubs - denn auch auf ungarischer Seite wurde kontrolliert. Der Stau reichte zwischenzeitlich rund 30 Kilometer bis nach Bruck an der Leitha zurück.

Ab Dienstagvormittag staute es sich laut ARBÖ also nicht mehr nur bei der Einreise, sondern auch bei der Ausreise nach Ungarn. Besonders betroffen waren Lkw-Lenker. In weiterer Folge kam aber auch der Pkw-Verkehr zwischen Weiden am See und Nickelsdorf abschnittsweise komplett zum Stillstand. Die Anfahrtszeit zur Grenze sei deutlich verlängert. "Zwischen Weiden, Gols und Mönchhof stehen die Leute neben ihren Autos", berichtete ein ÖAMTC-Sprecher am Nachmittag. In dem Bereich ist auch ein Gegenverkehrsbereich eingerichtet.

Verkehr auf B10 abgeleitet
Am Nachmittag begann die Polizei, den Pkw-Verkehr "der Situation angepasst" von der Ostautobahn auf die B10 abzuleiten, so ein Sprecher der Landespolizeidirektion Burgenland. Auch ein Hubschrauber kam bei der Verkehrsüberwachung zum Einsatz. Der Stau am Grenzübergang reichte schließlich rund 30 Kilometer bis nach Bruck an der Leitha zurück. Die Anfahrtszeit zur Grenze betrug in etwa drei Stunden.

Am späteren Dienstagnachmittag begann sich die Lage laut ÖAMTC-Angaben im Bereich vor dem Grenzübergang etwas zu entspannen. Im Bereich Bruck an der Leitha komme es allerdings weiter zu Verzögerungen, sagte ein Sprecher. Pkw-Lenker sollten, so sie nicht ohnehin großräumig ausweichen, auf der A4 im Baustellenbereich Weiden/Gols bis Nickelsdorf die linke Fahrspur benutzen. Dort sei das Weiterkommen "relativ problemlos", riet der Autofahrerklub. Die Auffahrten auf die Ostautobahn in Fahrtrichtung Ungarn von Parndorf bis Nickelsdorf waren am Nachmittag weiterhin gesperrt.

Auch in Ungarn brauchten vor allem Lkw-Lenker auf der Autobahn M1 sehr viel Geduld. Vor der Grenze waren gegen 15.45 Uhr rund 20 Kilometer Lkw-Stau gemessen worden. Hier betrug die Wartezeit über zwei Stunden.

"Untragbare Zustände" für Lkw-Fahrer
Kritik an den kilometerlangen Staus infolge der Grenzkontrollen kam am Dienstag seitens der Transporteure. Franz Danninger, der Obmann des Fachverbandes Güterbeförderung in der Wirtschaftskammer Österreich, sprach laut Aussendung von "untragbaren Zuständen" durch stundenlange Wartezeiten für die Lkw-Fahrer.

Man respektiere das Ansinnen, vor dem Hintergrund der Bekämpfung der Schlepperkriminalität verstärkt Grenzkontrollen durchzuführen. "Wofür wir allerdings kein Verständnis haben, sind derartige, schwerwiegende Eingriffe in den Warenverkehr, die für Lenker massive Stehzeiten und für Unternehmer ein völliges Chaos in der Tourenplanung bedeuten", stellte Danninger fest: "Keiner der dafür Verantwortlichen fragt hierbei nach, welche Kosten für die Unternehmer entstehen, geschweige denn, wer diese Kosten kompensiert." Einmal mehr fordere man Maßnahmen, wie eigene Lkw-Korridore an den Grenzen oder eine Flexibilisierung von Lenk- und Ruhezeiten im Rahmen dieser besonderen Umstände.

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